
PAMP Suisse Gold: die Raffinerie von MKS PAMP im Tessin
PAMP Suisse Gold ist der Markenname für Barren der MKS PAMP SA, deren Raffinerie und Prägestätte in Castel San Pietro im Tessin liegen. Die Firma PAMP SA wurde 1977 gegründet und ging 2021 in der MKS PAMP SA auf. Auf den Rückseiten vieler kleiner Barren ist die römische Glücksgöttin Fortuna abgebildet.
Von PAMP zu MKS PAMP
PAMP SA wurde 1977 in Castel San Pietro im Tessin gegründet. 1979 gründete Mahmoud Kassem Shakarchi in Genf den Edelmetallhändler MKS (Switzerland) SA, der 1981 die Mehrheit an PAMP übernahm. Nach dem Tod des Gründers 1983 übernahmen seine Kinder Marwan und Karma Shakarchi die Führung.
Am 30. November 2021 fusionierten MKS (Switzerland) SA und PAMP SA zur MKS PAMP SA. Seitdem ist MKS PAMP der Name des Unternehmens, PAMP der Name der Marke auf den Barren. Auf der LBMA-Liste wird die Raffinerie entsprechend als MKS PAMP SA geführt. Wer nach „PAMP Suisse“ sucht, findet also Produkte derselben Firma.
Standorte und Gruppe
Handel und Treasury sitzen in Genf, Raffinerie und Prägestätte in Castel San Pietro. Handelsbüros gibt es außerdem in New York und Hongkong. Die MKS PAMP Group umfasst nach eigenen Angaben zwei Raffinerien, drei Prägestätten, acht Onlineshops und mehr als 1.650 Mitarbeiter.
Zur Gruppe gehört auch die MMTC-PAMP India in Mewat (Bundesstaat Haryana). Sie steht seit 2014 ebenfalls auf der LBMA-Good-Delivery-Liste für Gold.
Produkte: Barren mit Fortuna-Motiv
PAMP prägt Barren in Gold, Silber, Platin und Palladium von rund 0,3 g bis 1 kg. Nach Angaben des Unternehmens war PAMP der erste Edelmetallverarbeiter, der die Rückseite kleiner Barren künstlerisch gestaltet hat. Das bekannteste Motiv ist Lady Fortuna, die römische Göttin des Glücks.
Viele geprägte Barren werden einzeln in einer versiegelten Karte geliefert, auf der Gewicht, Feinheit und Seriennummer stehen. Die Raffinerie in Castel San Pietro steht zudem auf der LBMA-Liste und darf damit Barren für den Londoner Großhandel liefern.
Was ist Veriscan?
Veriscan ist ein patentiertes Prüfverfahren von PAMP. Es erfasst die mikroskopische Oberflächenstruktur eines Barrens bei der Herstellung, ähnlich wie einen Fingerabdruck. Später lässt sich der Barren erneut scannen und mit dem gespeicherten Profil vergleichen. So können registrierte Barren eindeutig wiedererkannt und Fälschungen leichter erkannt werden.
Für Anleger ist Veriscan eine zusätzliche Prüfmöglichkeit neben den üblichen Kontrollen von Gewicht, Maßen und Verpackung.
Zertifizierungen
Die Raffinerie in Castel San Pietro steht seit 1987 auf der LBMA-Good-Delivery-Liste für Gold. Damit gelten für sie die LBMA-Anforderungen an Mindestproduktion, Eigenkapital, Qualitätsprüfung alle drei Jahre und verantwortungsvolle Beschaffung mit jährlichem unabhängigem Audit.
PAMP im Kreis der Schweizer Raffinerien
MKS PAMP ist eine von fünf Schweizer Raffinerien auf der LBMA-Goldliste. Mit Argor-Heraeus in Mendrisio und Valcambi in Balerna liegt sie im Südtessin in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei weiteren großen Herstellern. Anders als Argor-Heraeus (Heraeus-Gruppe) und Valcambi (Rajesh Exports) gehört MKS PAMP einer Familie.
Die LBMA verzeichnet mehrere frühere PAMP-Barrenmarken auf der Former List. Die Marke „PAMP SA SWITZERLAND“ wurde zum 30. November 2021 umgetragen, als der Firmenname nach der Fusion wechselte; eine weitere Änderung folgte Ende 2022. Heute ist eine Marke mit PAMP-Logo, „Switzerland“ und „Essayeur Fondeur“ gelistet.
Worauf sollten Käufer von PAMP-Barren achten?
Wie bei jedem geprägten Barren sollte die versiegelte Karte unbeschädigt sein, und die Seriennummer auf Barren und Karte sollte übereinstimmen. Ein beschädigtes Siegel macht den Barren nicht wertlos, kann beim Wiederverkauf aber eine zusätzliche Prüfung nötig machen. Bei Barren mit Veriscan-Registrierung steht zusätzlich der Abgleich der Oberflächenstruktur zur Verfügung.
Kleine Barren unter 1 Unze haben in der Regel einen höheren Aufpreis pro Gramm als große Barren, weil Prägung und Verpackung bei jeder Größe ähnlich aufwendig sind. Das gilt für alle Hersteller.


