
Royal Mint: britische Prägestätte und Hersteller der Britannia
Die Royal Mint ist die staatliche Prägestätte Großbritanniens und gehört vollständig dem britischen Finanzministerium (HM Treasury). Sie sitzt seit 1968 in Llantrisant in Wales und prägt neben den britischen Umlaufmünzen die Goldmünze Britannia. Unter der Marke Royal Mint Refinery verkauft sie außerdem Goldbarren.
Geschichte in Kürze
Die Royal Mint führt ihre Ursprünge auf die Zeit um 886 zurück. 1279 wurde die Münzprägung im Tower of London zentralisiert, wo die Royal Mint über Jahrhunderte arbeitete.
1968 eröffnete der erste Abschnitt des neuen Werks in Llantrisant in Wales. Die letzte Münze in London wurde im November 1975 geprägt. Seit dem 31. Dezember 2009 ist die Royal Mint eine Kapitalgesellschaft, die vollständig dem britischen Finanzministerium gehört.
Neben Gold prägt die Royal Mint seit 1997 auch eine Silber-Britannia mit einem Nennwert von 2 Pfund. 2020 brachte sie mit dem RMAU einen börsengehandelten Goldfonds an den Markt, dessen Gold vollständig aus dem LBMA-Programm für verantwortungsvolle Beschaffung stammt.
Die Goldmünze Britannia
Die Britannia in Gold kam 1987 auf den Markt, mit einem Nennwert von 100 Pfund für die Unze. Bis 2012 bestand sie aus 22-karätigem Gold. 2013 erhöhte die Royal Mint die Feinheit auf 24 Karat, also 999,9. Der Nennwert spielt für den Goldwert praktisch keine Rolle.
Die Royal Mint gibt die Feinheit der heutigen Britannia mit 999,9 an.
Goldbarren und Royal Mint Refinery
Den Namen Royal Mint Refinery trug früher eine eigenständige Raffinerie, die 1852 Anthony de Rothschild übernahm und die 1967 an Engelhard ging. 2015 belebte die Royal Mint den Namen als Marke für Anlagebarren wieder. Die Barren reichen von 1 g bis 1 kg; die Britannia-Barren gibt es mit 1 g, 5 g, 10 g, 20 g, 50 g und 100 g, alle mit 999,9.
Größere Barren mit 500 g und 1 kg sind gegossen. Die Royal Mint bewirbt sie als Variante mit geringerem Aufpreis pro Gramm als die kleinen geprägten Barren.
Die Royal Mint selbst steht nicht auf der LBMA-Good-Delivery-Liste für Gold. Frühere Gesellschaften mit dem Namen Royal Mint Refinery sind auf der Former List verzeichnet.
Gold aus Elektroschrott
2022 kündigte die Royal Mint eine Anlage an, die Gold aus Elektronikschrott zurückgewinnt. 2024 stellte sie die 3.700 Quadratmeter große Anlage in Südwales vor. Damit verarbeitet die Prägestätte neben Feingold für Münzen und Barren auch Gold aus Recycling.
Warum ist die Royal Mint nicht auf der LBMA-Liste?
Die Good Delivery List führt Raffinerien, die große Handelsbarren mit 350 bis 430 Unzen herstellen. Die Royal Mint ist vor allem Prägestätte. Auf der Former List stehen mehrere historische Gesellschaften mit dem Namen Royal Mint Refinery, etwa unter N M Rothschild & Sons oder Johnson Matthey. Sie zeigen, dass der Name einst für eine Londoner Raffinerie stand.
Für die Qualität der Münzen und kleinen Barren hat die fehlende Listung keine Bedeutung. Die Royal Mint gibt Feinheit und Gewicht ihrer Produkte an.
Britannia im Vergleich
Mit der Umstellung auf 999,9 im Jahr 2013 hat die Britannia dieselbe Feinheit wie Wiener Philharmoniker und Maple Leaf. Ältere Jahrgänge von 1987 bis 2012 bestehen wie Krugerrand und American Eagle aus 22-karätigem Gold. In allen Fällen enthält die Unzenmünze eine Feinunze Gold; die Legierung ändert nur Gesamtgewicht, Farbe und Kratzfestigkeit.


