Flüssiges Gold wird in einer Raffinerie in Barrenformen gegossen
Hersteller & Raffinerien

Heraeus Gold: Hersteller, Goldbarren und aktueller Stand

Heraeus Gold ist für viele Anleger in Deutschland der Inbegriff des Goldbarrens: Der Name steht auf Barren von 1 g bis 1 kg. Hinter der Marke steht die Heraeus-Gruppe aus Hanau, ein Familienunternehmen mit Wurzeln im Jahr 1851. 2026 hat Heraeus sein Edelmetallgeschäft in zwei Gesellschaften aufgeteilt und den Direktverkauf an Privatkunden beendet.

Wer ist Heraeus?

Heraeus geht auf Wilhelm Carl Heraeus zurück, der 1851 die Einhorn-Apotheke seines Vaters in Hanau übernahm. Bekannt wurde er, weil es ihm 1856 gelang, Platin in großen Mengen zu schmelzen. Daraus entstand über die Jahrzehnte ein breit aufgestellter Technologiekonzern, der heute neben Edelmetallen auch in Medizintechnik, Quarzglas, Sensorik und Elektronik tätig ist.

Die Heraeus Holding gehört vollständig der Gründerfamilie, mit rund 200 Familiengesellschaftern. Heraeus zählt damit zu den umsatzstärksten Familienunternehmen in Deutschland. Das Edelmetallgeschäft ist nur ein Teil des Konzerns, für Goldanleger aber der sichtbarste.

Wer stellt die Heraeus-Goldbarren her?

Viele Käufer gehen davon aus, dass Heraeus-Barren in Hanau gegossen werden. Das war lange so, gilt aber für die Goldraffination nicht mehr. Nachdem Heraeus 2017 die Schweizer Raffinerie Argor-Heraeus vollständig übernommen hatte, wurde der größte Teil der Goldraffination in die Schweiz verlagert. Die Raffinerie in Hanau ließ sich deshalb Ende 2018 auf eigenen Wunsch von der LBMA-Good-Delivery-Liste auf die Former List umtragen.

Auf der aktuellen LBMA-Goldliste stehen innerhalb der Gruppe die Argor-Heraeus SA in Mendrisio und die Heraeus Ltd in Hongkong. Das Anlage- und Luxusgeschäft ist seit Juli 2026 bei Argor-Heraeus gebündelt. Das Gold neuer Heraeus-Barren wird damit überwiegend in der Schweiz raffiniert, bei einer LBMA-gelisteten Gesellschaft der Gruppe.

Welche Heraeus-Goldbarren gibt es?

Heraeus führt Goldbarren in mehreren Formen, alle mit einer Feinheit von 999,9. Gesucht werden in Deutschland besonders der Heraeus-Goldbarren mit 10 g und der mit 50 g – beides geprägte Größen.

  • Geprägte Barren: 1 g, 5 g, 10 g, 20 g, 1 Unze, 50 g und 100 g
  • Kinebar mit Kinegramm-Hologramm als Fälschungsschutz: 1 g, 2 g, 5 g, 10 g, 20 g und 1 Unze
  • Geschenkbarren: 2 g
  • MultiDisc mit 10 × 1 g sowie CombiBar mit 20, 50 oder 100 × 1 g zum Abbrechen
  • Gegossene Barren: 100 g, 250 g, 500 g und 1.000 g

Was hat sich 2026 bei Heraeus geändert?

Zum 1. Juli 2026 hat Heraeus Precious Metals seine Organisation in zwei eigenständige operative Gesellschaften geteilt. Die Gesellschaft Heraeus Precious Metals mit Sitz in Hanau übernimmt das Industriegeschäft, also Produkte, Recycling und Handel für Industriekunden. Das Luxus- und Anlagegeschäft, zu dem die Anlagebarren gehören, liegt bei Argor-Heraeus in Mendrisio. Beide bleiben Teil der Heraeus-Gruppe; Stellenabbau oder Standortschließungen waren laut Heraeus nicht geplant.

Am 9. September 2026 kündigte Heraeus an, den Direktverkauf an Privatkunden einzustellen. Betroffen sind der Goldstore in Hanau, der Onlineshop heraeus-gold.de und der Ankauf von Altgold von Privatpersonen. Der Geschäftsbetrieb läuft bis 30. November 2026, die Abwicklung soll bis Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen sein. Kunden mit Goldsparplan oder GoldDepot will Heraeus persönlich informieren. Heraeus begründet den Schritt mit einer stärkeren Ausrichtung auf das Geschäft mit Unternehmen.

Ebenfalls 2026 hat Heraeus das Recyclinggeschäft für Seltenerdmagnete, Heraeus Remloy, an Mkango Resources verkauft. Mit Gold hat dieser Verkauf nichts zu tun. Eine Umbenennung oder einen Verkauf der Barrenmarke Heraeus gab es nach dem Stand von November 2026 nicht.

Was bedeutet das für Besitzer von Heraeus-Barren?

Für bereits gekaufte Barren ändert die Neuordnung nichts: Gold bleibt Gold, und der Barren behält Gewicht, Feinheit und Prägung. Heraeus-Barren werden weiterhin über Banken und Edelmetallhändler gehandelt, nur der eigene Shop des Herstellers schließt. Beim Wiederverkauf zählt wie bei jedem Barren der Zustand: Ein unbeschädigter, verpackter Barren mit Zertifikat lässt sich in der Regel ohne zusätzliche Prüfung verkaufen.

Wer bisher direkt bei Heraeus gekauft oder einen Sparplan dort geführt hat, sollte die Mitteilungen des Unternehmens zu den nächsten Schritten abwarten und Unterlagen wie Rechnungen und Depotauszüge aufbewahren.

Sind ältere Heraeus-Barren aus Hanau noch Good Delivery?

Viele Anleger besitzen Heraeus-Barren, die noch in Hanau hergestellt wurden. Die LBMA-Regeln sehen vor: Wird eine Raffinerie auf die Former List umgetragen, können die Barren, die sie vor dem Datum der Umtragung hergestellt hat, weiterhin als Good Delivery gelten. Ausgenommen sind Fälle, in denen die Umtragung auf Verstößen gegen die Regeln zur verantwortungsvollen Beschaffung oder auf Sanktionen beruht.

Bei Hanau war das nicht der Fall: Die Raffinerie wurde auf eigenen Wunsch umgetragen, weil die Goldraffination in die Schweiz verlagert worden war. Die LBMA behält sich allerdings vor, Barren nach einer angemessenen Frist von der Liste zu nehmen, wenn die Produktion an einem Standort eingestellt wurde. Für Privatanleger, die kleine Barren besitzen, spielt das in der Praxis kaum eine Rolle, weil die Good-Delivery-Regeln nur für große Handelsbarren gelten.

Woran erkennt man einen echten Heraeus-Barren?

Geprägte Heraeus-Barren tragen Gewicht, Feinheit und den Herstellernamen; der Kinebar hat zusätzlich das Kinegramm. Ein erster Schritt ist der Vergleich der Maße mit den Herstellerangaben: Ein 10-g-Kinebar der Gruppe misst 31,5 × 18,5 × 1,0 mm. Weicht ein Barren bei korrektem Gewicht deutlich ab, ist Vorsicht angebracht. Wer unsicher ist, lässt den Barren von einem Händler oder einer Scheideanstalt prüfen.

Häufige Fragen

Ist Heraeus LBMA-zertifiziert?

Innerhalb der Heraeus-Gruppe stehen die Argor-Heraeus SA in der Schweiz und die Heraeus Ltd in Hongkong auf der Good Delivery List für Gold. Die Raffinerie in Hanau wurde Ende 2018 auf eigenen Wunsch auf die Former List umgetragen, nachdem die Goldraffination überwiegend in die Schweiz verlagert worden war.

Kann man nach 2026 noch Heraeus-Goldbarren kaufen?

Ja. Heraeus schließt nur den eigenen Goldstore in Hanau und den Onlineshop zum 30. November 2026. Heraeus-Barren werden weiter produziert und über Banken und Händler vertrieben.

Welche Größen hat der Heraeus-Goldbarren?

Geprägte Barren gibt es von 1 g bis 100 g, darunter die gefragten Größen 10 g und 50 g. Gegossene Barren gibt es mit 100 g, 250 g, 500 g und 1.000 g. Alle haben eine Feinheit von 999,9.

Wurde Heraeus verkauft oder umbenannt?

Nein. Heraeus ist weiterhin im Besitz der Gründerfamilie. 2026 wurde das Edelmetallgeschäft intern in zwei Gesellschaften aufgeteilt, und das kleine Magnetrecycling-Geschäft Remloy wurde verkauft.

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