Flüssiges Gold wird in einer Raffinerie in Barrenformen gegossen
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Umicore: Edelmetallrecycling und Goldbarren aus Belgien

Umicore ist ein belgischer Materialtechnik-Konzern mit Sitz in Brüssel, der in Hoboken bei Antwerpen eine große Raffinerie für Edelmetalle betreibt. Das Werk gewinnt Gold, Silber und Platinmetalle vor allem aus Recyclingmaterial zurück. Unter eigenem Namen verkauft Umicore Anlagebarren von 1 g bis 5.000 g.

Wer ist Umicore?

Umicore hieß bis 2001 Union Minière und entstand 1989 aus der Fusion von vier Metall- und Bergbauunternehmen. Die Wurzeln reichen zur 1906 gegründeten Union Minière du Haut-Katanga zurück. Seit den 2000er-Jahren hat sich der Konzern vom Bergbau gelöst: Kupfer- und Zinkraffination wurden 2005 und 2007 abgegeben, die letzte Minenbeteiligung 2008 verkauft.

Heute konzentriert sich Umicore auf Batteriematerialien, Katalysatoren, Spezialwerkstoffe und Recycling. Die Aktie ist an der Euronext Brüssel notiert und gehört seit 1991 zum belgischen Leitindex BEL 20. 2025 setzte Umicore 3,6 Mrd. Euro um.

Die Raffinerie in Hoboken

Das Werk in Hoboken ist auf komplexe Recyclingströme spezialisiert: Elektronikschrott, Katalysatoren und Rückstände aus der Industrie. Umicore verarbeitet dort nach eigenen Angaben mehr als 200 Arten von Rohstoffen mit einer Kapazität von über 400.000 Tonnen pro Jahr und gewinnt 17 verschiedene Metalle zurück, darunter Gold, Silber, Platin, Palladium und Rhodium.

Ein großer Teil des Goldes stammt damit aus Recycling. 2024 führte Umicore mit Nexyclus eine Garantie für vollständig recycelte Edelmetalle ein.

Anlagebarren von Umicore

Umicore verkauft zertifizierte Barren in Größen von 1 g bis 5.000 g. Laut Umicore sind alle Barren LBMA-zertifiziert. Kleinere Größen werden geprägt und mit Zertifikat verpackt, größere gegossen. Daneben gibt es Geschenkbarren, die über Banken vertrieben werden. Für den Großhandel stellt die Raffinerie in Hoboken Good-Delivery-Barren mit rund 12,5 kg her.

Weitere Edelmetall-Dienstleistungen bietet Umicore über die Tochterfirmen Agosi und Ögussa an. Die Agosi AG in Pforzheim steht seit 2008 selbst auf der LBMA-Goldliste.

Die Raffinerie in Hoboken stellt neben Barren auch Granulat mit 99,99 % Gold her, das Schmuck- und Industriekunden weiterverarbeiten. Das Gold für die Umicore-Anlagebarren stammt laut Umicore aus der eigenen integrierten Wertschöpfungskette, zu der neben dem Recycling auch andere Bezugsquellen gehören.

Zertifizierungen

Die Umicore-Raffinerie in Hoboken steht laut LBMA seit etwa 1930 auf der Good Delivery List für Gold. Sie unterliegt damit den Regeln zu Mindestproduktion, Eigenkapital, regelmäßiger Qualitätsprüfung und verantwortungsvoller Beschaffung mit jährlichem Audit. Ein früheres Werk der Umicore Brasil steht auf der Former List.

Für Anleger bedeutet die Listung vor allem, dass die Raffinerie regelmäßig von der LBMA geprüft wird: Die Qualität der Good-Delivery-Barren wird alle drei Jahre im Proactive Monitoring kontrolliert, die Lieferkette jedes Jahr durch einen unabhängigen Prüfer.

Umicore und der deutsche Markt

Über die Tochter Agosi AG ist Umicore auch in Deutschland vertreten. Die Agosi in Pforzheim steht seit dem 8. April 2008 selbst auf der LBMA-Goldliste und ist damit eine von vier deutschen Raffinerien auf der Liste, neben C. Hafner, Heimerle + Meule (beide Pforzheim) und Aurubis in Hamburg.

Die Wurzeln des Edelmetallgeschäfts reichen ebenfalls nach Deutschland: In Hoboken richtete die Degussa 1887 eine Entsilberungsanlage für Blei ein. 2003 übernahm Umicore die früheren Edelmetallaktivitäten der Degussa.

Was bedeutet Recyclinggold für Anleger?

Gold aus dem Recycling ist chemisch identisch mit Gold aus der Mine. Nach der Raffination hat es dieselbe Feinheit und wird zu denselben Barren verarbeitet. Der Unterschied liegt in der Lieferkette: Recyclinggold stammt aus Altgold, Elektronikschrott oder Industrieabfällen statt aus neuem Bergbau.

Umicore wirbt mit Nexyclus für eine Garantie vollständig recycelter Edelmetalle. Ob ein Barren aus Recyclinggold für den Anleger einen Unterschied macht, ist eine persönliche Frage; am Goldgehalt und an der Handelbarkeit ändert es nichts.

Häufige Fragen

Ist Umicore LBMA-zertifiziert?

Ja. Die Raffinerie in Hoboken bei Antwerpen steht auf der LBMA Good Delivery List für Gold.

Woher stammt das Gold von Umicore?

Ein großer Teil kommt aus dem Recycling, etwa aus Elektronikschrott und Katalysatoren. Das Werk in Hoboken gewinnt daraus 17 Metalle zurück.

Welche Barrengrößen gibt es von Umicore?

Umicore bietet Anlagebarren von 1 g bis 5.000 g an; geprägt in kleinen, gegossen in großen Größen.

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