
Scottsdale Mint: Private Prägestätte für Silber- und Goldprodukte
Die Scottsdale Mint ist eine private Prägestätte aus den USA. Sie wurde 2008 von Josh Phair gegründet, ist bis heute in Privatbesitz und stellt Barren, Münzen und Rundmünzen vor allem aus Silber, aber auch aus Gold her. Trotz ihres Namens liegt die Produktion inzwischen nicht mehr in Scottsdale, Arizona, sondern in Casper, Wyoming.
Wer steht hinter der Scottsdale Mint?
Gründer, Inhaber und CEO ist Josh Phair. Vor der Gründung 2008 war er nach Unternehmensangaben Vice President bei dem Versicherungsmakler, der heute Willis Towers Watson heißt, und betreute dort Bergbaukonzerne. Die Scottsdale Mint begann als Händler und entwickelte sich zum Hersteller eigener Edelmetallprodukte.
Phair ist außerdem Mitgründer und CEO von The Wyoming Reserve, einem Anbieter für die Lagerung von Edelmetallen in Wyoming.
Wo wird produziert?
Der Name geht auf die Stadt Scottsdale in Arizona zurück. 2022 eröffnete das Unternehmen in Casper, Wyoming, eine erweiterte Produktion auf rund 70.000 Quadratfuß, also etwa 6.500 m². Dort sitzen heute Verwaltung, Vertrieb und Fertigung: Schmelzen und Gießen, Oberflächenbearbeitung, Stempelherstellung, Prägung, Tresor und Verpackung.
Das Werk liegt nach Unternehmensangaben in einer Foreign Trade Zone, also einem Zollgebiet, in dem Waren unter besonderen Zollregeln gelagert und verarbeitet werden können. Ein Ladengeschäft gibt es dort nicht, Bestellungen werden nur versandt.
Was stellt die Scottsdale Mint her?
Bekannt ist die Scottsdale Mint vor allem für Silberbarren und Silbermünzen in vielen Größen und mit ausgefallenen Motiven. Der Edelmetallhändler StoneX Bullion nennt als Beispiele die Biblical Coin Series, den Silverback Gorilla und die Fiji Iguanas. Daneben gibt es klassische gegossene und geprägte Barren sowie Rundmünzen ohne Nennwert.
Ein Teil des Geschäfts sind Auftragsprägungen. Nach eigenen Angaben prägt die Scottsdale Mint offizielle Münzen und gesetzliche Zahlungsmittel für mehr als 20 Staaten, darunter für die Zentralbanken der Cayman Islands, der Ostkaribik, Fidschis und Samoas. Die Produkte werden in mehr als 40 Ländern verkauft.
Ein Teil des Silbers und Golds stammt laut Unternehmen aus dem Recycling, etwa aus der Fotografie und der Industrie. Es wird auf eine Reinheit von mindestens 999 aufbereitet, nach dem US-Normenstandard ASTM.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Scottsdale Mint ist eine private Prägestätte. Anders als bei staatlichen Münzstätten wie der US Mint oder der Royal Canadian Mint garantiert kein Staat für Gewicht und Feingehalt, sondern das Unternehmen selbst. Auf den aktuellen Good-Delivery-Listen der LBMA für Gold und Silber steht die Scottsdale Mint nicht. Ihre Barren sind deshalb nicht für den Londoner Großhandel zugelassen, was für Privatanleger meist keine Rolle spielt, beim Wiederverkauf an Händler aber den Preis beeinflussen kann.
In den USA sind Scottsdale-Produkte verbreitet, in Deutschland weniger bekannt. Münzen mit aufwendigen Motiven haben oft einen höheren Aufschlag auf den Metallwert als einfache Barren. Wer vor allem in den Metallwert investieren will, fährt mit gängigen Barren und Anlagemünzen meist günstiger. Auf Silber fällt in Deutschland beim Kauf in der Regel Mehrwertsteuer an.


