
Münze Österreich: Prägestätte des Wiener Philharmonikers
Die Münze Österreich ist die staatliche Prägestätte Österreichs mit Sitz in Wien und eine Tochter der Oesterreichischen Nationalbank. Sie prägt die österreichischen Euro-Münzen und seit 1989 den Wiener Philharmoniker, eine der bekanntesten Goldmünzen in Europa. Goldbarren mit ihrem Namen lässt sie bei Argor-Heraeus fertigen.
Geschichte und Eigentümer
Die Geschichte der Münze Österreich wird bis 1194 zurückgeführt. Der Überlieferung nach diente ein Teil des Lösegelds für den englischen König Richard Löwenherz, den Herzog Leopold V. gefangen hielt, der Münzprägung in Österreich. Die Wiener Münzstätte ist ab 1397 urkundlich belegt.
1989 wurde das Österreichische Hauptmünzamt in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die von der Oesterreichischen Nationalbank übernommen wurde. Die Münze Österreich AG ist seitdem eine Tochter der Notenbank. Sie hat ihren Sitz am Heumarkt in Wien und beschäftigt rund 192 Menschen.
Der Wiener Philharmoniker
Den Philharmoniker in Gold gibt es seit 1989. Benannt ist er nach dem Orchester der Wiener Philharmoniker. Die Münze Österreich bezeichnet ihn als meistverkaufte Feingoldmünze und als einzige europäische Anlagemünze, also die einzige mit Nennwert in Euro.
Seit 2008 gibt es den Philharmoniker auch in Silber, seit 2016 in Platin. Der Nennwert ist gesetzliches Zahlungsmittel in Österreich, liegt aber weit unter dem Metallwert und spielt für Anleger praktisch keine Rolle.
Der Silber-Philharmoniker hat als Unze einen Nennwert von 1,50 Euro. In Platin gibt es die Größen 1 Unze mit 100 Euro und 1/25 Unze mit 4 Euro Nennwert. Für Gold ist die Feinheit 999,9 angegeben, die höchste übliche Feinheit für Anlagemünzen.
| Größe | Nennwert | Erstausgabe |
|---|---|---|
| 1 Unze | 100 Euro | 1989 |
| 1/2 Unze | 50 Euro | 1994 |
| 1/4 Unze | 25 Euro | 1989 |
| 1/10 Unze | 10 Euro | 1991 |
| 1/25 Unze | 4 Euro | 2014 |
Goldbarren der Münze Österreich
Neben Münzen verkauft die Münze Österreich Goldbarren mit eigenem Namen. Diese werden nicht in Wien gegossen, sondern von Argor-Heraeus in der Schweiz hergestellt. Damit stammt das Gold aus einer Raffinerie, die auf der LBMA-Good-Delivery-Liste steht.
Zum Angebot gehören außerdem Dienstleistungen wie ein Goldsparplan, das Produkt GoldReserve für regelmäßige kleine Käufe und ein GoldDepot zur Verwahrung.
Warum steht die Münze Österreich nicht auf der LBMA-Liste?
Die Good Delivery List führt Raffinerien, die große Barren für den Londoner Großhandel liefern. Die Münze Österreich betreibt keine eigene gelistete Goldraffinerie, sondern verarbeitet Feingold zu Münzen. Das ist bei vielen staatlichen Prägestätten so und sagt nichts über die Qualität der Münzen aus.
Für Anleger zählt beim Philharmoniker vor allem, dass Feinheit und Gewicht von einer staatlichen Prägestätte garantiert werden.
Wer Barren statt Münzen bevorzugt, kann bei der Münze Österreich auch Goldbarren kaufen. Weil diese von Argor-Heraeus hergestellt werden, stammen Barren der Münze Österreich und Heraeus-Barren aus derselben Schweizer Raffinerie, nur mit unterschiedlicher Prägung.
Die Münze Österreich als Teil der Notenbank
Dass eine Prägestätte einer Zentralbank gehört, ist eine Besonderheit. In vielen Ländern sind Prägestätten dem Finanzministerium zugeordnet, etwa die United States Mint oder die Royal Mint. In Österreich liegt die Münzprägung bei der Oesterreichischen Nationalbank, die zugleich Teil des Eurosystems ist.
Neben Anlagemünzen prägt die Münze Österreich die österreichischen Euro- und Cent-Münzen und gestaltet die nationale Seite der österreichischen Euromünzen. Daneben gibt sie Sammlermünzen heraus, darunter Nachprägungen des Maria-Theresien-Talers und Münzen aus Silber und Niob. Sie setzt sich mit der Initiative „Nur Bares ist Wahres“ für den Erhalt von Bargeld ein.


