
Goldbarren-Hersteller, Raffinerien und Münzprägestätten
Goldbarren-Hersteller lassen sich grob in zwei Gruppen teilen: Raffinerien und Münzprägestätten. Eine Raffinerie (in Deutschland oft „Scheideanstalt“ genannt) reinigt Rohgold aus Minen oder Altgold aus dem Recycling und bringt es auf eine Feinheit von meist 999,9. Eine Prägestätte verarbeitet dieses Feingold zu Münzen und kleinen Barren; einige Prägestätten wie die Perth Mint, die Royal Canadian Mint oder die Rand Refinery betreiben zusätzlich eine eigene Raffinerie.
Als wichtigster Qualitätsnachweis im Großhandel gilt die Good Delivery List der London Bullion Market Association (LBMA). Auf ihr stehen Raffinerien, deren Barren am Londoner Markt geliefert werden dürfen. Im November 2026 umfasst die Goldliste 67 Raffinerien. Wer gelistet ist, muss unter anderem mindestens 10 Tonnen Gold pro Jahr raffinieren, ein Eigenkapital von mindestens 15 Mio. Pfund nachweisen, sich alle drei Jahre einer Qualitätsprüfung stellen und das LBMA-Programm für verantwortungsvolle Beschaffung mit jährlichem unabhängigem Audit erfüllen. Ein Standardbarren nach Good-Delivery-Norm enthält 350 bis 430 Feinunzen bei mindestens 995,0 Tausendstel Feingehalt. Reine Prägestätten ohne eigene Raffinerie stehen nicht auf der Liste – das sagt nichts Negatives über ihre Münzen aus, weil sie Feingold von gelisteten Raffinerien beziehen können.
Bei Barren unterscheidet man gegossene und geprägte Ware. Gegossene Barren entstehen, indem flüssiges Gold in eine Form fließt; sie haben eine leicht unregelmäßige Oberfläche und sind vor allem ab 100 g üblich. Geprägte Barren werden aus gewalztem Goldband ausgestanzt und mit einem Motiv geprägt; sie sind glatt, oft in einer Kunststoffkarte mit Zertifikat versiegelt und vor allem in kleinen Größen von 1 g bis 100 g verbreitet. Spargold bezieht nach eigenen Angaben LBMA-zertifizierte Barren direkt von Raffinerien; welche Raffinerien das sind, nennt die Website nicht.
| Hersteller | Land | Typ | LBMA Good Delivery | Bekannte Produkte |
|---|---|---|---|---|
| Heraeus | Deutschland | Edelmetallkonzern, Barrenmarke | Hanau: nein (seit Ende 2018 Former List); Heraeus Ltd Hong Kong: ja | Heraeus-Goldbarren, Kinebar |
| Argor-Heraeus | Schweiz | Raffinerie | ja | Kinebar, gegossene und geprägte Barren |
| Valcambi | Schweiz | Raffinerie | ja | CombiBar, gegossene und geprägte Barren |
| MKS PAMP (PAMP Suisse) | Schweiz | Raffinerie und Prägestätte | ja | Barren mit Fortuna-Motiv |
| Metalor | Schweiz | Raffinerie | ja | gegossene und geprägte Barren |
| Umicore | Belgien | Raffinerie und Recycler | ja | Anlagebarren von 1 g bis 5.000 g |
| C. Hafner | Deutschland | Scheideanstalt | ja | Barren aus Recyclinggold |
| Münze Österreich | Österreich | Prägestätte | nein | Wiener Philharmoniker |
| Perth Mint | Australien | Prägestätte mit Raffinerie | ja | Kangaroo, Nugget, geprägte Barren |
| Royal Mint | Großbritannien | Prägestätte | nein | Britannia |
| Royal Canadian Mint | Kanada | Prägestätte mit Raffinerie | ja | Maple Leaf |
| United States Mint | USA | Prägestätte | nein | American Eagle, American Buffalo |
| Rand Refinery | Südafrika | Raffinerie | ja | Krugerrand (Goldlieferung und Vertrieb), Barren |
- Heraeus Gold: Hersteller, Goldbarren und aktueller StandDer Hanauer Familienkonzern ist eine der bekanntesten Barrenmarken in Deutschland. 2026 hat Heraeus sein Edelmetallgeschäft neu geordnet.
- Argor-Heraeus: Schweizer Raffinerie hinter Heraeus und KinebarDie Tessiner Raffinerie produziert die Heraeus-Barren und ist seit Juli 2026 eine eigenständige Gesellschaft in der Heraeus-Gruppe.
- Valcambi: Goldraffinerie in Balerna und Erfinder der CombiBarDie Tessiner Raffinerie gehört über eine Singapurer Holding zum indischen Konzern Rajesh Exports und ist für die abbrechbare CombiBar bekannt.
- PAMP Suisse Gold: die Raffinerie von MKS PAMP im TessinPAMP ist heute eine Marke der Genfer MKS PAMP SA. Bekannt sind die geprägten Barren mit der Göttin Fortuna.
- Metalor: Schweizer Raffinerie im Besitz von TANAKADie Neuenburger Raffinerie gehört seit 2016 zum japanischen TANAKA-Konzern und betreibt LBMA-gelistete Werke in der Schweiz, Asien und den USA.
- Umicore: Edelmetallrecycling und Goldbarren aus BelgienDer börsennotierte belgische Materialkonzern betreibt in Hoboken eines der größten Edelmetall-Recyclingwerke und verkauft Anlagebarren.
- C. Hafner: Scheideanstalt aus Pforzheim mit RecyclinggoldDie familiengeführte Scheideanstalt aus dem Enzkreis stellt ihre Feingoldbarren ausschließlich aus Recyclingmaterial her.
- Münze Österreich: Prägestätte des Wiener PhilharmonikersDie Wiener Prägestätte gehört der Oesterreichischen Nationalbank und prägt mit dem Philharmoniker die einzige Euro-Anlagemünze aus Gold.
- Perth Mint: staatliche Prägestätte und Raffinerie AustraliensDie Perth Mint gehört dem Bundesstaat Western Australia und betreibt neben der Prägestätte eine LBMA-gelistete Goldraffinerie.
- Royal Mint: britische Prägestätte und Hersteller der BritanniaDie staatliche Prägestätte Großbritanniens gehört dem Finanzministerium und prägt seit 1987 die Goldmünze Britannia.
- Royal Canadian Mint: Prägestätte des Maple LeafDie staatliche Prägestätte Kanadas betreibt eine eigene LBMA-Raffinerie und prägt seit 1979 den Gold Maple Leaf.
- United States Mint: American Eagle und American BuffaloDie US-Prägestätte ist eine Behörde des Finanzministeriums und prägt die Goldmünzen American Eagle und American Buffalo.
- Scottsdale Mint: Private Prägestätte für Silber- und GoldproduktePrivate US-Prägestätte, 2008 gegründet, bekannt für Silberbarren und Münzen mit ausgefallenen Motiven – heute mit Produktion in Wyoming.
- Rand Refinery: Südafrikas Goldraffinerie und der KrugerrandDie Raffinerie der südafrikanischen Minenbranche liefert das Gold für den Krugerrand und vertreibt die Münze; geprägt wird sie von der South African Mint.


