
Perth Mint: staatliche Prägestätte und Raffinerie Australiens
Die Perth Mint ist die staatliche Prägestätte von Western Australia und betreibt zugleich eine eigene Goldraffinerie. Sie firmiert rechtlich als Gold Corporation und gehört vollständig dem Bundesstaat. Bekannt ist sie für die Goldmünzen Kangaroo und Nugget.
Geschichte in Kürze
Die Perth Mint öffnete am 20. Juni 1899 als dritte und letzte australische Zweigstelle der britischen Royal Mint, zwei Jahre vor der Gründung des australischen Bundesstaats.
Am 1. Juli 1970 ging die Prägestätte in den Besitz des Bundesstaats Western Australia über. 1987 wurde die Gold Corporation gegründet, die seitdem die Perth Mint betreibt und Anlagemünzen mit gesetzlichem Zahlungsmittelstatus prägt und vertreibt.
Eigentümer und Standorte
Die Gold Corporation ist ein staatliches Unternehmen, das vollständig der Regierung von Western Australia gehört. Neben der historischen Prägestätte in Perth betreibt sie eine Raffinerie am Flughafen Perth. Diese steht laut LBMA seit dem 24. Januar 2003 auf der Good Delivery List für Gold.
Damit unterscheidet sich die Perth Mint von reinen Prägestätten: Sie kann Rohgold aus Minen selbst raffinieren und anschließend zu Münzen und Barren verarbeiten.
Rechtsgrundlage ist bis heute ein eigenes Landesgesetz: Der Perth Mint Act von 1970 regelte den Übergang an Western Australia, der Gold Banking Corporation Act von 1987 schuf die Gold Corporation. Das Unternehmen ist damit kein börsennotierter Konzern, sondern ein Staatsbetrieb mit kaufmännischer Ausrichtung.
Produkte
Die Goldmünzen-Serie Australian Nugget wurde 1987 vom damaligen Premierminister Bob Hawke vorgestellt. Heute ist der Gold-Kangaroo das bekannteste Anlageprodukt. Laut dem Verkaufsbericht vom Juni 2026 waren Gold-Kangaroos und geprägte Goldbarren in diesem Monat besonders gefragt.
Daneben prägt die Perth Mint Sammelmünzen und Barren. 2011 prägte sie eine Münze aus 1.012 kg Gold mit 99,99 % Feinheit und einem Nennwert von 1 Mio. australischen Dollar.
Die Rückseite dieser Riesenmünze zeigt ein Rotes Riesenkänguru. Sie ist ein Schaustück und kein Anlageprodukt, zeigt aber, welche Mengen die eigene Raffinerie verarbeiten kann.
Prüfungen der letzten Jahre
2023 berichtete das australische Fernsehmagazin „Four Corners“, dass 2018 eine Zahl von 1-kg-Barren der Perth Mint die Vorgaben der Shanghai Gold Exchange für Nebenbestandteile nicht erfüllt habe. Die Perth Mint bestätigte, dass einige Barren diese Spezifikation verfehlten. Eine Überprüfung der LBMA fand keine Verstöße gegen ihre Null-Toleranz-Regeln.
Die australische Finanzaufsicht AUSTRAC hatte 2022 Mängel bei der Geldwäscheprävention festgestellt. Im November 2023 akzeptierte AUSTRAC eine verbindliche Verpflichtungserklärung der Gold Corporation zur Behebung, ohne Geldbuße. Am 22. Juli 2025 erklärte AUSTRAC die Verpflichtung für erfüllt.
Das Programm zur Behebung der Mängel hatte die Perth Mint bereits im März 2021 begonnen; es sollte bis 30. April 2025 abgeschlossen sein und wurde von einem unabhängigen externen Prüfer begleitet. Die Raffinerie blieb während dieser Zeit auf der LBMA-Goldliste.
Was unterscheidet die Perth Mint von europäischen Prägestätten?
Die Perth Mint ist eine der wenigen staatlichen Prägestätten mit eigener LBMA-gelisteter Raffinerie. Von den großen Prägestätten in diesem Bereich gilt das sonst für die Royal Canadian Mint. Die Münze Österreich, die Royal Mint und die United States Mint stehen dagegen nicht auf der aktuellen LBMA-Goldliste.
Die eigene Raffinerie erlaubt es der Perth Mint, Rohgold aus australischen Minen direkt zu verarbeiten. Bevor die Raffinerie am Flughafen 2003 gelistet wurde, waren schon die früheren australischen Zweigstellen der Royal Mint auf der LBMA-Liste verzeichnet; diese stehen heute auf der Former List.


