
C. Hafner: Scheideanstalt aus Pforzheim mit Recyclinggold
C. Hafner ist eine Gold- und Silberscheideanstalt aus Pforzheim, die seit 1850 besteht und bis heute von der Familie geführt wird. Das Unternehmen gewinnt Edelmetalle aus Altgold und Produktionsresten zurück und verarbeitet sie zu Feingoldbarren. Seit 2013 steht C. Hafner auf der LBMA-Good-Delivery-Liste.
Geschichte in Kürze
Carl Hafner gründete das Unternehmen 1850 in Pforzheim, zunächst als sogenannte Kehretspräparation: Aus dem Kehricht der Goldschmiede- und Schmuckwerkstätten wurden Edelmetallreste zurückgewonnen. Daraus wurde später eine Gold- und Silberscheideanstalt. 2025 feierte C. Hafner das 175-jährige Bestehen.
2015 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz in einen Neubau in Wimsheim im Enzkreis. Die Scheiderei blieb in Pforzheim auf der Wilferdinger Höhe.
Heute ist das Unternehmen breiter aufgestellt als die klassische Scheideanstalt. Neben dem Kerngeschäft, der Rückgewinnung von Edelmetallen, stellt C. Hafner Halbzeuge, Edelmetallpulver und Dentallegierungen her. Dazu kommen eigene Legierungen wie „PlatinGold“, das Fräsen von Edelmetall und die additive Fertigung mit Edelmetallpulvern, also der 3D-Druck von Bauteilen aus Gold und Platin.
Recyclinggold als Geschäftsmodell
Anders als viele große Raffinerien verarbeitet C. Hafner kein Minengold. Nach eigenen Angaben stellt die Scheideanstalt ihre Feingoldbarren bewusst und ausschließlich aus Sekundärmaterial her. Dazu zählen Altgold, Reste aus der Schmuckherstellung und Material aus Industrie und Zahntechnik. C. Hafner verweist dabei auf die EU-Verordnung 2017/821 zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette.
Für Anleger, denen die Herkunft des Goldes wichtig ist, ist das ein Unterscheidungsmerkmal. Chemisch ist recyceltes Feingold nicht von Minengold zu unterscheiden; die Feinheit von 999,9 ist dieselbe.
Produkte und Barrengrößen
Neben Anlagebarren fertigt C. Hafner Halbzeuge, Pulver, Dentallegierungen und zahntechnische Komponenten. Die Goldbarren gibt es in mehreren Formen:
- Geprägte Barren von 1 g bis 100 g, darunter auch 1/4, 1/2 und 1 Unze
- Gegossene Barren ab 1 Unze und 50 g bis 1.000 g
- SmartPack mit 10 Barren zu 1 g oder 2 g und SmartBox mit 25 × 1 g
- Verpackung in einer versiegelten CertiCard mit Seriennummer und bestätigter Feinheit
Zertifizierungen
Laut LBMA steht die C. Hafner GmbH + Co. KG mit dem Standort Pforzheim seit dem 8. März 2013 auf der Good Delivery List für Gold. Sie ist eine von vier deutschen Raffinerien auf der aktuellen Goldliste (Stand November 2026). Die Listung verpflichtet zu jährlichen Audits der Lieferkette nach den LBMA-Regeln für verantwortungsvolle Beschaffung.
Die Echtheit eines C.-Hafner-Barrens lässt sich laut Unternehmen über Prägung und Seriennummer, Gewicht und Maße prüfen.
C. Hafner und der Edelmetallstandort Pforzheim
Pforzheim ist einer der wichtigsten Standorte der deutschen Edelmetallverarbeitung. Von den vier deutschen Raffinerien auf der LBMA-Goldliste liegen drei in Pforzheim: C. Hafner, Heimerle + Meule und Agosi. Die vierte ist Aurubis in Hamburg.
C. Hafner ist dabei der einzige dieser Betriebe, der nach eigenen Angaben ausschließlich Sekundärmaterial zu Feingoldbarren verarbeitet. Für Goldschmiede bietet das Unternehmen auch den Ankauf von Altgold an, aus dem wieder neue Barren entstehen.
Wie prüft man einen C.-Hafner-Barren?
Jeder Barren wird in einer versiegelten CertiCard geliefert. Das Zertifikat nennt die Seriennummer und bestätigt die geprüfte Feinheit. Zur Kontrolle empfiehlt C. Hafner, Prägung und Seriennummer zu vergleichen sowie Gewicht und Maße zu prüfen. Gold hat eine Dichte von rund 19,3 g pro Kubikzentimeter; ein Barren mit stimmendem Gewicht, aber falschen Maßen kann auf eine Fälschung hindeuten.
Wer einen Barren wieder verkaufen will, sollte die CertiCard deshalb möglichst ungeöffnet lassen. Ein Händler kann den Barren dann anhand von Verpackung, Seriennummer und Zertifikat ohne aufwendige Analyse ankaufen.


