
United States Mint: American Eagle und American Buffalo
Die United States Mint ist die staatliche Prägestätte der USA und eine Behörde des US-Finanzministeriums. Sie prägt Umlaufmünzen, Sammlermünzen und die Anlagemünzen American Eagle und American Buffalo. Eine eigene Raffinerie auf der LBMA-Liste betreibt sie nicht.
Wer ist die US Mint?
Der US-Kongress schuf die Prägestätte 1792 mit dem Coinage Act. Heute ist sie ein Bureau des Department of the Treasury. Münzen werden in Philadelphia, Denver, San Francisco und West Point geprägt. Zur US Mint gehört außerdem das Goldlager Fort Knox, in dem keine Münzen entstehen.
Für Anlagemünzen ist West Point im Bundesstaat New York der wichtigste Standort: Dort werden die American Eagles und die American Buffalos geprägt.
American Eagle Gold
Die Goldmünze American Eagle erscheint seit 1986 auf Grundlage des Gold Bullion Coin Act von 1985. Sie besteht aus 22-karätigem Gold, also 91,67 % Gold mit Zusätzen aus Silber und Kupfer, die die Münze widerstandsfähiger machen. Eine Unzenmünze enthält trotzdem eine volle Feinunze Gold. Per Gesetz muss das Gold aus US-amerikanischen Quellen stammen.
Es gibt vier Größen: 1/10, 1/4, 1/2 und 1 Unze mit Nennwerten von 5, 10, 25 und 50 US-Dollar. Die Vorderseite zeigt Lady Liberty nach einem Entwurf von Augustus Saint-Gaudens. Die Rückseite zeigte von 1986 bis 2021 eine Adlerfamilie im Nest, seit 2021 einen Adlerkopf von Jennie Norris.
Polierte Platte und Stempelglanz-Versionen für Sammler entstehen ausschließlich in West Point und tragen das Münzzeichen „W“. Der Marktpreis aller Versionen richtet sich nach dem Goldgehalt, nicht nach dem Nennwert.
American Buffalo Gold
Der American Buffalo kam 2006 auf den Markt. Er war die erste Goldmünze aus 24-karätigem Gold (999,9), die die US-Regierung für die Öffentlichkeit prägte; Grundlage war der Presidential $1 Coin Act von 2005. Die Unze hat einen Nennwert von 50 US-Dollar.
Das Motiv geht auf die Indian-Head-Nickelmünze von James Earle Fraser aus dem Jahr 1913 zurück: Vorderseite mit dem Kopf eines indigenen Amerikaners, Rückseite mit einem Bison. 2008 gab es zusätzlich Teilstücke zu 1/10, 1/4 und 1/2 Unze.
Das Gesetz erlaubte zunächst bis zu 300.000 Münzen. Im September 2008 setzte die US Mint den Verkauf zeitweise aus, weil die Nachfrage die Produktion überstieg. Die Auflagen der Anlageversion schwankten seitdem stark, von rund 61.500 Stück im Jahr 2019 bis 410.000 Stück im Jahr 2022. Die polierte Sammlerversion kostete bei der Ausgabe 2006 noch 800 US-Dollar, 2024 waren es 3.590 US-Dollar.
Warum steht die US Mint nicht auf der LBMA-Liste?
Die US Mint betreibt keine Raffinerie, die auf der aktuellen LBMA-Goldliste steht. Die früheren staatlichen Prüfämter und Prägestätten („US Assay Offices & Mints“) sind auf der Former List verzeichnet. Für die Qualität der Münzen ist das ohne Bedeutung, weil Gewicht und Feingehalt gesetzlich festgelegt und staatlich garantiert sind.
Was bedeutet 22 Karat?
Karat beschreibt den Goldanteil einer Legierung in 24 Teilen. 24 Karat entsprechen Feingold mit 999,9, 22 Karat einem Goldanteil von 22 Teilen, also 91,67 %. Eine 22-karätige Unzenmünze wie der American Eagle oder der Krugerrand ist deshalb schwerer als eine Unze, enthält aber genau eine Feinunze Gold.
Für den Goldwert zählt nur der Feingoldgehalt. Die Legierung macht die Münze härter und weniger anfällig für Kratzer. Feingoldmünzen wie der American Buffalo oder der Maple Leaf sind weicher.


