
Goldmarkt: Handelsplätze und Institutionen
Der Goldmarkt hat kein einzelnes Börsenparkett. Der Goldpreis entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Handelsplätze, die über den Tag verteilt aktiv sind, sodass Gold praktisch rund um die Uhr gehandelt wird.
Das Zentrum des physischen Großhandels ist London. Dort handeln Banken und Händler außerbörslich (OTC, „over the counter“) miteinander, abgewickelt wird über Konten „loco London“, also bezogen auf Gold in Londoner Tresoren. In New York steht mit der COMEX der wichtigste Terminmarkt: Hier werden standardisierte Gold-Futures gehandelt, die meist vor Fälligkeit glattgestellt und nur zum kleineren Teil physisch beliefert werden. In Shanghai betreibt die Shanghai Gold Exchange den zentralen Markt für physisches Gold in China.
Drei Preisbegriffe tauchen dabei immer wieder auf. Der Spotpreis ist der laufende Preis für sofortige Lieferung, im Londoner Markt mit Abwicklung zwei Geschäftstage nach dem Handel. Ein Future ist ein Terminkontrakt mit festem Liefermonat, sein Preis liegt in der Regel etwas über dem Spotpreis, weil Finanzierung und Lagerung bis zum Termin eingepreist werden. Das Fixing schließlich ist ein Referenzpreis, der zu festen Zeiten in einer Auktion ermittelt wird – in London als LBMA Gold Price um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit.
Wer den Goldpreis in Echtzeit verfolgt, sieht meist einen Spotkurs in US-Dollar je Feinunze. Um ihn auf ein Gramm umzurechnen, teilen Sie den Unzenpreis durch 31,1035, denn so viele Gramm hat eine Feinunze. Für den Euro-Preis kommt der aktuelle Wechselkurs hinzu.
Neben den Handelsplätzen prägen Institutionen den Markt: Die LBMA setzt die Standards für Barren und Tresore in London, ICE Benchmark Administration betreibt die Preisauktionen, der World Gold Council veröffentlicht die viel zitierten Nachfragestatistiken, und die LPPM ist für Platin und Palladium zuständig.
| Handelsplatz | Ort | Art | Rolle |
|---|---|---|---|
| Londoner Goldmarkt (LBMA) | London | Außerbörslicher Großhandel (OTC) | Physischer Kassahandel, Tresore, Good-Delivery-Standard |
| LBMA Gold Price (IBA) | London | Elektronische Preisauktion | Referenzpreis um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit |
| COMEX (CME Group) | New York | Terminbörse | Gold-Futures mit physischer Lieferung, Preisfindung im US-Handel |
| Shanghai Gold Exchange | Shanghai | Börse für physisches Gold | Zentraler Markt Chinas, Shanghai Gold Benchmark in Yuan |
| London Precious Metals Clearing (LPMCL) | London | Clearing-Gesellschaft | Abwicklung der Londoner Edelmetallgeschäfte |
| London Platinum and Palladium Market (LPPM) | London und Zürich | Branchenverband | Good-Delivery-Standard für Platin und Palladium |
| World Gold Council | International | Verband der Goldminenindustrie | Marktforschung, Gold Demand Trends |
- LBMA: die London Bullion Market AssociationDie LBMA setzt die Standards für den Londoner Gold- und Silbermarkt – von der Barrennorm bis zum Verhaltenskodex.
- LBMA-Goldpreis: das Londoner GoldfixingZweimal täglich ermittelt eine elektronische Auktion in London den wichtigsten Referenzpreis für Gold – in US-Dollar, Euro und Pfund.
- COMEX: der Terminmarkt für Gold in New YorkAn der COMEX in New York werden Gold-Futures gehandelt. Sie prägen die Preisbildung während der US-Handelszeit.
- Shanghai Gold Exchange: Chinas GoldbörseÜber die Shanghai Gold Exchange läuft der physische Goldhandel in China. Sie ermittelt einen eigenen Referenzpreis in Yuan.
- World Gold Council: Verband und DatenquelleDer World Gold Council vertritt Goldminen und liefert mit den Gold Demand Trends die meistzitierten Zahlen zu Angebot und Nachfrage.
- LPPM: der Londoner Markt für Platin und PalladiumDie LPPM ist für Platin und Palladium, was die LBMA für Gold und Silber ist: Sie setzt die Standards für Barren und Handel.


