
Goldreserven Deutschland: Das Gold der Bundesbank
Die Goldreserven Deutschlands verwaltet die Deutsche Bundesbank: Ende 2025 waren es 3.350 Tonnen Gold im Wert von rund 395 Milliarden Euro. Damit hält Deutschland nach den USA den zweitgrößten Goldbestand der Welt. Das Gold lagert an drei Orten – in Frankfurt am Main, bei der Federal Reserve Bank in New York und bei der Bank of England in London.
Wie viel Gold hat Deutschland?
Laut Jahresabschluss 2025 der Bundesbank betrug der physische Goldbestand zum 31. Dezember 2025 genau 3.350.285 Kilogramm, also rund 108 Millionen Feinunzen. Bewertet zum Jahresendkurs von 3.669,106 Euro je Unze ergab das einen Bilanzwert von 395,2 Milliarden Euro, rund 46 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Der Bestand sinkt jedes Jahr leicht, weil die Bundesbank Gold zum Marktpreis an den Bund verkauft, der daraus Goldmünzen prägen lässt. 2025 waren es 1.260 Kilogramm. Der World Gold Council führt Deutschland Ende September 2026 mit 3.349 Tonnen auf Platz zwei.
Lagerorte: Frankfurt, New York, London
Die Bundesbank veröffentlicht jedes Jahr eine Liste aller Barren mit Lagerort, Barrennummer, Gewicht und Feinheit. Die Verteilung zum Jahresende 2025:
Der Wert der Bestände stieg 2025 an allen drei Lagerorten um gut 46 Prozent, weil der Goldpreis in Euro entsprechend zulegte. Die Mengen blieben fast gleich, nur in London sank der Bestand um eine Tonne auf 404 Tonnen. Aus dem Verkauf an den Bund für Goldmünzen erzielte die Bundesbank 2025 einen Ertrag von 112 Millionen Euro.
| Lagerstelle | Tonnen | Anteil | Wert in Mio. € |
|---|---|---|---|
| Deutsche Bundesbank, Frankfurt | 1.710 | 51,0 % | 201.727 |
| Federal Reserve Bank, New York | 1.236 | 36,9 % | 145.831 |
| Bank of England, London | 404 | 12,1 % | 47.657 |
| Insgesamt | 3.350 | 100 % | 395.215 |
Woher kommt das deutsche Gold?
Nach dem Zweiten Weltkrieg besaß die Bundesrepublik kein Gold mehr. Die Reserven entstanden vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren aus Exportüberschüssen. Allein über die Europäische Zahlungsunion, deren Salden zwischen 1950 und 1958 teilweise in Gold ausgeglichen wurden, kamen 1.584 Tonnen zusammen. 1958 waren es bereits 2.345 Tonnen, den Höchststand erreichte der Bestand 1968 mit 4.033 Tonnen.
1979 brachte die Bundesbank rund 740 Tonnen in den Europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit ein, 1999 kamen sie zurück. Später gab die Bundesbank 232 Tonnen an die Europäische Zentralbank ab. Seitdem verringert sich der Bestand nur noch durch die kleinen Verkäufe an den Bund für Sammlermünzen.
Die Rückholung bis 2017
2013 beschloss die Bundesbank ein neues Lagerstellenkonzept: Ab 2020 sollte die Hälfte des Goldes in Frankfurt liegen. Dazu wurden 374 Tonnen aus Paris und 300 Tonnen aus New York nach Frankfurt gebracht, insgesamt 674 Tonnen. Die Verlagerung war im August 2017 abgeschlossen, rund drei Jahre früher als geplant. Seitdem lagert kein deutsches Gold mehr bei der Banque de France.
Jeder Barren wurde nach der Ankunft in Frankfurt geprüft. Laut Bundesbank gab es bei Echtheit, Feinheit und Gewicht keine Auffälligkeiten.
| Jahr | aus Paris | aus New York | gesamt |
|---|---|---|---|
| 2013 | 32 | 5 | 37 |
| 2014 | 35 | 85 | 120 |
| 2015 | 111 | 99 | 210 |
| 2016 | 105 | 111 | 216 |
| 2017 | 91 | – | 91 |
Aktuelle Debatte um das Gold in New York
Anfang 2026 forderten mehrere Politiker, auch den Bestand in New York nach Deutschland zu holen. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht darin derzeit keinen Bedarf. Die Fed gilt der Bundesbank als verlässlicher Partner, das Lagerstellenkonzept wird nach eigenen Angaben regelmäßig überprüft.
Bei der Wahl der Lagerorte wägt die Bundesbank nach eigenen Angaben Sicherheit, Liquidität und Kosten ab. London ist der größte und liquideste Goldhandelsplatz der Welt. Frankfurt hat zusätzlich eine symbolische Bedeutung als Zeichen des Vertrauens.
Besonderheiten
Die Bundesbank legt ihre Barrenliste seit einigen Jahren offen. Die Liste zum Stand 31. Dezember 2025 umfasst rund 268.000 Barren. Für jeden Barren nennt sie Barren- oder Schmelznummer, Brutto- und Feingewicht sowie die Feinheit, getrennt nach Lagerstelle. Ein 400-Unzen-Barren von etwa 12,5 Kilogramm ist im Geldmuseum der Bundesbank in Frankfurt ausgestellt.


