Flaggen vieler Länder vor einem Zentralbankgebäude mit Frankfurter Skyline
Goldreserven nach Ländern

Goldreserven Italien: Banca d'Italia, Eigentum und Steuer

Die Goldreserven Italiens umfassen 2.452 Tonnen und werden von der Banca d'Italia verwaltet. Unter den Ländern liegt Italien damit hinter den USA und Deutschland auf Platz drei, rechnet man den IWF mit, auf Platz vier. Fast die Hälfte des Goldes lagert in Rom, ein großer Teil in den USA.

Wie viel Gold hat Italien?

Die Banca d'Italia gibt ihren Bestand mit 2.452 Tonnen an, überwiegend in Form von 95.493 Barren und zu einem kleineren Teil in Münzen. Zum Jahresende 2025 stand das Gold mit 289,2 Milliarden Euro in der Bilanz der Notenbank.

Die heutige Menge besteht seit Ende der 1990er-Jahre. Damals übertrug das staatliche Devisenamt Ufficio Italiano Cambi Gold an die Banca d'Italia, gleichzeitig ging ein Teil der Reserven an die Europäische Zentralbank.

Wo lagert das italienische Gold?

Die Banca d'Italia veröffentlicht die Verteilung auf ihrer Website. Sie begründet die Auslandslagerung mit der Geschichte – das Gold liegt oft dort, wo es gekauft wurde – und mit Risikostreuung. An großen Finanzplätzen lasse sich Gold im Bedarfsfall außerdem schneller einsetzen.

Im September 2026 erklärte die Banca d'Italia, sie habe keine Goldtransfers vorgenommen. Anlass waren Berichte über die Verlagerung niederländischen Goldes aus New York.

Lagerorte der Banca d'Italia
LandTonnenAnteil
Italien (Rom)1.10044,86 %
USA1.061,543,29 %
Schweiz149,36,09 %
Vereinigtes Königreich141,25,76 %

Geschichte der italienischen Goldreserve

Die Banca d'Italia entstand 1893 aus der Fusion dreier Notenbanken und erhielt dabei eine erste Goldausstattung. Bis zum Zweiten Weltkrieg wuchs die Reserve, nach Kriegsende war sie auf einem Tiefstand, auch weil Besatzungstruppen Gold entnommen hatten. Danach stieg sie mit Dollarzuflüssen wieder an.

1976 diente italienisches Gold als Sicherheit für einen Kredit der Bundesbank. Ziel der Reserve ist laut Banca d'Italia, das Vertrauen in die Stabilität des italienischen Finanzsystems und in die gemeinsame Währung zu stärken. Die Bestände in Rom prüft jedes Jahr eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusammen mit der internen Revision, für die Auslandsbestände liegen jährliche Bestätigungen der verwahrenden Zentralbanken vor.

Wem gehört das Gold? Die Debatte von 2025

Ende 2025 brachten Abgeordnete der Regierungspartei Fratelli d'Italia einen Zusatz zum Haushaltsgesetz ein, nach dem das Gold dem Staat gehören sollte. Die Europäische Zentralbank äußerte sich in zwei Stellungnahmen kritisch: Der Zweck der Regel sei unklar, und die Unabhängigkeit der Banca d'Italia müsse gewahrt bleiben.

Der Text wurde daraufhin umformuliert. Im Haushaltsgesetz Nr. 199 vom 30. Dezember 2025 heißt es nun in Artikel 1 Absatz 2, die von der Banca d'Italia verwalteten und bilanzierten Goldreserven gehörten dem „Popolo italiano“, also dem italienischen Volk. Die Regel gilt ausdrücklich nur im Rahmen der EU-Verträge, also unter Wahrung der Unabhängigkeit der Zentralbank und des Verbots der Staatsfinanzierung durch die Notenbank. Kommentatoren sahen darin vor allem eine symbolische Festlegung. Die Verwaltung des Goldes durch die Banca d'Italia stützt sich weiterhin auf das Gesetzesdekret Nr. 43/1998, das auf Artikel 31 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken verweist.

Italien: Gold-Steuer für Privatpersonen

Wer in Italien Anlagegold verkauft, zahlt auf den Gewinn eine Ersatzsteuer (imposta sostitutiva) von 26 Prozent. Der bloße Besitz von Gold wird nicht besteuert, und der Kauf von Anlagegold ist von der Mehrwertsteuer befreit.

Eine Besonderheit betrifft Gold ohne Kaufbeleg: Seit dem 1. Januar 2024 wird die Steuer dann auf den gesamten Verkaufserlös berechnet, als hätte das Gold nichts gekostet. Grundlage ist das Haushaltsgesetz 2024 (Gesetz Nr. 213/2023). Vorher galt eine Pauschale von 25 Prozent des Erlöses als Gewinn. Bei 10.000 Euro Erlös ohne Beleg fallen damit heute 2.600 Euro Steuer an statt früher 650 Euro. Der Gewinn wird in der Steuererklärung im Abschnitt RT angegeben.

Für den Haushalt 2026 wurde eine günstigere Neubewertung von Altbeständen ohne Beleg diskutiert, mit Sätzen von 12,5 bis 13 Prozent. Nach Angaben italienischer Goldhändler wurde diese Regel nicht verabschiedet. Wer betroffen ist, sollte sich steuerlich beraten lassen.

Häufige Fragen

Wie viel Gold hat Italien?

Die Banca d'Italia hält 2.452 Tonnen. Damit liegt Italien unter den Ländern auf Platz drei.

Wie viel italienisches Gold liegt in den USA?

Laut Banca d'Italia 1.061,5 Tonnen, das sind 43,29 Prozent des Bestands.

Gibt es in Italien eine Steuer auf Gold?

Auf Gewinne beim Verkauf von Anlagegold fallen 26 Prozent an. Ohne Kaufbeleg wird seit 2024 der gesamte Erlös besteuert. Der Besitz selbst ist steuerfrei.

Darf Italien sein Gold verkaufen, um Schulden zu tilgen?

Die Goldreserven unterliegen den Regeln des Eurosystems. Auch das Gesetz von 2025 gilt nur im Rahmen der EU-Verträge, die eine Finanzierung des Staates durch die Notenbank verbieten.

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