
Goldreserven China: Was die PBoC meldet
Die Goldreserven Chinas lagen Ende September 2026 laut People's Bank of China (PBoC) bei 77,47 Millionen Feinunzen, das sind rund 2.410 Tonnen. Die Zentralbank hat ihren Bestand damit den 23. Monat in Folge erhöht. Gemessen an den gesamten Währungsreserven ist der Goldanteil Chinas mit 9,5 Prozent aber gering.
Wie viel Gold hat China?
Die PBoC meldet ihren Goldbestand monatlich in Millionen Feinunzen. Ende September 2026 waren es 77,47 Millionen Unzen, nach 76,73 Millionen Ende August. Der Zuwachs von 0,74 Millionen Unzen entspricht rund 23 Tonnen und war der größte Monatskauf seit fast drei Jahren.
Im Ranking des World Gold Council liegt China damit auf Platz sechs. Der Dollarwert der Reserve sank im September trotz der Käufe auf 323,52 Milliarden US-Dollar, weil der Goldpreis fiel.
Zum Vergleich: Ende Oktober 2025 lag der gemeldete Bestand noch bei rund 2.304 Tonnen. Innerhalb von knapp einem Jahr kamen damit gut 100 Tonnen hinzu.
Wie meldet die PBoC ihre Goldreserven?
China hat seine Goldbestände in der Vergangenheit nicht laufend gemeldet. Im April 2009 gab die PBoC 1.054 Tonnen an. Die nächste Zahl folgte erst im Juli 2015: 1.658 Tonnen, rund 60 Prozent mehr. Dazwischen gab es keine Meldungen. Ende Juli 2015 meldete sie bereits 1.677,3 Tonnen. Seitdem veröffentlicht die PBoC monatliche Zahlen. Schon die Zahl von 2015 lag nach Einschätzung vieler Marktbeobachter unter ihren Erwartungen.
Auch in den monatlichen Meldungen gibt es Lücken. Nach 18 Monaten mit Käufen meldete die PBoC von Mai bis Oktober 2024 keine Zukäufe, als der Goldpreis Rekorde erreichte. Im November 2024 nahm sie die Käufe wieder auf, der Bestand stieg damals von 72,80 auf 72,96 Millionen Unzen. Angaben zu Lagerorten enthalten die Meldungen nicht.
Zweifel an den gemeldeten Zahlen
Analysten vermuten, dass China mehr Gold kauft, als die PBoC meldet. Analysten der Société Générale schätzten im November 2025, dass Chinas tatsächliche Käufe im Jahr 2025 rund zehnmal so hoch lagen wie gemeldet: etwa 250 statt 25 Tonnen. Sie verglichen dazu Goldimporte, die heimische Minenproduktion, britische Goldexporte und die offiziellen Reserven.
Bruce Ikemizu von der Japan Bullion Market Association vermutet, dass die Reserven der PBoC mehr als doppelt so hoch sind wie gemeldet. Belegt sind diese Schätzungen nicht. Sie beruhen auf Rückschlüssen aus Handelsdaten, nicht auf offiziellen Angaben.
Warum kauft China Gold?
China hält den Großteil seiner Währungsreserven in Fremdwährungen. Gold ist eine Reserve, die nicht von einer anderen Regierung abhängt. Die PBoC selbst begründet ihre einzelnen Käufe in den Monatsmeldungen nicht.
Mit einem Goldanteil von 9,5 Prozent liegt China deutlich unter den großen westlichen Haltern wie den USA, Deutschland, Italien oder Frankreich, deren Anteil bei über 80 Prozent liegt.
China im weltweiten Kaufboom
China gehört 2026 neben Polen, Usbekistan und Kasachstan zu den größten Käufern unter den Zentralbanken. Laut World Gold Council hatte die PBoC bis Ende August 2026 rund 80 Tonnen gekauft, nur Polen kaufte mehr. Allein im August waren es 20 Tonnen, der Goldanteil an den Reserven lag damals bei rund 9 Prozent. Mit dem September kamen weitere rund 23 Tonnen hinzu.
Die Käufe verteilen sich gleichmäßig über das Jahr. Das passt zur Einschätzung des World Gold Council, dass viele Zentralbanken langfristige Kaufprogramme verfolgen und weniger auf kurzfristige Preisbewegungen reagieren. Auch Tschechien kauft seit über 40 Monaten in Folge, Polen strebt einen Bestand von 700 Tonnen an.


