
Goldreserven Schweiz: Das Gold der Nationalbank
Die Goldreserven der Schweiz betragen 1.040 Tonnen und gehören der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Der Bestand ist seit Ende 2008 unverändert. Gemessen an den gesamten Währungsreserven der SNB ist der Goldanteil mit rund 15 Prozent vergleichsweise klein.
Wie viel Gold hat die Schweiz?
Die SNB hält 1.040 Tonnen Gold, überwiegend in Barren, zu einem kleineren Teil in Münzen. Seit Ende 2008 hat sich diese Menge nicht verändert. Im Ranking des World Gold Council liegt die Schweiz auf Platz acht, rechnet man IWF und EZB mit.
Dass Gold nur rund 15 Prozent der Reserven ausmacht, liegt an den sehr großen Devisenbeständen der SNB, neben denen der Goldbestand klein ausfällt.
Wo lagert das Schweizer Gold?
Laut SNB liegen rund 70 Prozent des Goldes in der Schweiz, rund 20 Prozent bei der Bank of England in London und rund 10 Prozent bei der Bank of Canada. Die SNB begründet die Verteilung damit, dass sie auch in einer Krise Zugriff auf ihre Reserven haben will. Die dezentrale Lagerung verringert das Risiko, das mit einem einzelnen Standort verbunden ist.
Damit lagern rund 312 Tonnen Schweizer Gold im Ausland: etwa 208 Tonnen in London und etwa 104 Tonnen in Kanada. Die Bank of England war schon bei den Goldverkäufen der SNB der wichtigste Abwicklungsort. Die Verteilung hatte SNB-Präsident Thomas Jordan im April 2013 erstmals öffentlich genannt. Sie hat sich seitdem nicht verändert – anders als in Deutschland, Österreich oder Indien gab es in der Schweiz keine Rückholung.
Die Goldverkäufe ab dem Jahr 2000
Lange war der Franken gesetzlich an Gold gebunden. Die SNB durfte Gold nur zur offiziellen Parität von 4.595 Franken je Kilogramm kaufen oder verkaufen – Ende der 1990er-Jahre ein Drittel des Marktpreises. Eine Expertengruppe kam 1997 zu dem Schluss, dass Reserven im Umfang von 1.300 Tonnen Gold für die Geldpolitik nicht mehr nötig seien.
Im Juni 1999 erklärte die SNB die Hälfte ihres damaligen Bestands von 2.590 Tonnen für geldpolitisch nicht mehr erforderlich. Nach der Verfassungsreform vom April 1999 und dem neuen Währungsgesetz vom Mai 2000 konnten die Verkäufe beginnen. 1.170 Tonnen fielen unter das Washingtoner Goldabkommen, das die Verkäufe der beteiligten europäischen Notenbanken auf zusammen 2.000 Tonnen begrenzte. Die restlichen 130 Tonnen verkaufte die SNB unter dem Folgeabkommen und schloss das Programm am 30. März 2005 ab. Die Erlöse gingen an den Bund und die 26 Kantone.
Abgewickelt wurden die Verkäufe meist über die Bank of England. Im Folgeabkommen von 2009 vereinbarten die beteiligten Zentralbanken, pro Jahr höchstens 400 Tonnen und über fünf Jahre höchstens 2.000 Tonnen zu verkaufen. Die SNB erklärte damals, sie plane auf absehbare Zeit keine weiteren Verkäufe. Seit Ende 2008 hält sie ihren Bestand konstant.
Die Goldinitiative von 2014
Am 30. November 2014 stimmte die Schweiz über die Volksinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“ ab. Sie verlangte, dass die SNB mindestens 20 Prozent ihrer Aktiven in Gold hält, kein Gold mehr verkaufen darf und das gesamte Gold in der Schweiz lagert.
Bundesrat, Parlament und SNB lehnten die Initiative ab. Die Stimmberechtigten verwarfen sie mit 77,3 Prozent Nein, in keinem Kanton gab es eine Mehrheit dafür. Laut amtlichem Ergebnis standen 1.974.137 Nein-Stimmen 580.528 Ja-Stimmen gegenüber, die Stimmbeteiligung lag bei 49,81 Prozent.
Rechtliche Grundlage
Nach Artikel 99 der Bundesverfassung hält die SNB einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold. Gold ergänzt die Devisenanlagen, die Reserveposition beim IWF und die Sonderziehungsrechte. Die Initiative von 2014 hätte die Verfassung um eine feste Goldquote erweitert, ein Verkaufsverbot eingeführt und die Lagerung im Ausland beendet – das lehnte die Mehrheit ab.


