
Goldreserven USA: Fort Knox, West Point und die Fed
Die Goldreserven der USA sind mit rund 8.133 Tonnen die größten der Welt. Eigentümer ist das US-Finanzministerium (Treasury), verwahrt wird das Gold überwiegend in Depots der US Mint und zu einem kleinen Teil bei der Federal Reserve Bank of New York. Die Bestände werden monatlich in einem Bericht des Treasury veröffentlicht.
Wie viel Gold haben die USA?
Laut World Gold Council halten die USA rund 8.133 Tonnen Gold, Stand Ende September 2026. Das ist mehr als das Doppelte des zweitgrößten Halters Deutschland. Der Wert entspricht dem „Status Report of U.S. Government Gold Reserve“ des Treasury, der insgesamt knapp 261,5 Millionen Feinunzen ausweist.
Der Bestand ist in den monatlichen Berichten seit Jahren praktisch unverändert. Die USA gehören damit nicht zu den Zentralbanken, die in den vergangenen Jahren aktiv Gold gekauft haben. Weil der Goldpreis stark gestiegen ist, macht Gold inzwischen rund 83,8 Prozent der amerikanischen Währungsreserven aus.
Wo lagert das amerikanische Gold?
Der Treasury-Bericht unterscheidet zwischen Gold in Tiefenlagern der US Mint, einem Arbeitsbestand für Münzen und Gold bei der Federal Reserve Bank of New York. Rechnet man die veröffentlichten Unzen in Tonnen um, ergibt sich folgende Verteilung:
Fast der gesamte Bestand besteht aus Barren, rund 258,6 Millionen Unzen. Dazu kommen knapp 2,9 Millionen Unzen in Form von Münzen, Rohlingen und sonstigem Gold. Das Gold bei der Fed in New York gehört ebenfalls dem Treasury, die Notenbank verwahrt es nur.
| Lagerort | Feinunzen | rund Tonnen |
|---|---|---|
| Fort Knox, Kentucky | 147.341.858 | 4.583 |
| West Point, New York | 54.067.331 | 1.682 |
| Denver, Colorado | 43.853.707 | 1.364 |
| Federal Reserve Bank of New York | 13.452.811 | 418 |
| Arbeitsbestand der US Mint | 2.783.219 | 87 |
Fort Knox: Geschichte des bekanntesten Tresors
Das United States Bullion Depository in Fort Knox wurde nach Angaben der US Mint ab 1935 gebaut und im Dezember 1936 fertiggestellt. Die erste Goldlieferung traf im Januar 1937 ein, sie kam per Bahn aus Philadelphia und New York. Ihren höchsten Bestand erreichte das Depot Ende 1941 mit 649,6 Millionen Unzen.
Ein Gesetz vom 13. August 1935 erlaubte es, Teile des Militärgeländes Fort Knox an das Finanzministerium zu übertragen. Der Bau kostete laut US Mint 560.000 US-Dollar. Die Goldtransporte liefen über die Post, die als einzige Behörde die Haftung für mögliche Verluste übernehmen konnte. Im Juni 1937 war die erste Transportserie abgeschlossen.
Die Bestände in den Tiefenlagern sind seit Jahren unverändert, die Werte für Fort Knox, West Point und Denver erscheinen in jedem Monatsbericht mit denselben Zahlen.
Gold und Dollar: Bretton Woods und 1971
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Gold zur Grundlage des Währungssystems von Bretton Woods. 1944 vereinbarten 44 Staaten feste Wechselkurse zum Dollar, der Dollar war an Gold gebunden. Ab 1958 konnten ausländische Staaten Dollar zu 35 US-Dollar je Unze in Gold tauschen.
Am 15. August 1971 schloss Präsident Nixon das sogenannte Goldfenster. Seitdem können ausländische Regierungen Dollar nicht mehr in Gold umtauschen. Das System fester Wechselkurse endete kurz darauf.
Warum steht das Gold nur mit 42 Dollar in den Büchern?
Das Treasury bewertet sein Gold nach Gesetz mit 42,2222 US-Dollar je Feinunze. Dieser Wert ist im US-Recht festgeschrieben (31 U.S.C. 5116–5117) und hat mit dem Marktpreis nichts zu tun. Der Buchwert der gesamten Reserve liegt deshalb bei rund 11 Milliarden US-Dollar, der Marktwert um ein Vielfaches darüber.
Die Fed in New York als Lager für andere Länder
Im Tresor der Federal Reserve Bank of New York liegt nur ein kleiner Teil des amerikanischen Goldes. Dort lagern aber große Bestände anderer Länder: Die Bundesbank verwahrt dort laut Geschäftsbericht 2025 rund 1.236 Tonnen, die Banca d'Italia rund 1.061,5 Tonnen.
Einige Zentralbanken haben ihre Bestände in New York in den vergangenen Jahren verringert. Die Banque de France verkaufte ihre dortigen Barren, die Niederlande verlagerten 2026 einen Teil nach London. Mehr dazu auf den jeweiligen Länderseiten.


