
Goldreserven Österreich: Das Gold der Nationalbank
Die Goldreserven Österreichs betragen rund 280 Tonnen und werden von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) gehalten. Der Bestand ist seit 2007 unverändert. Rund die Hälfte lagert in Österreich, der Rest an den Goldhandelsplätzen London, Paris und in der Schweiz.
Wie viel Gold hat Österreich?
Die OeNB gibt ihren Bestand mit rund 280 Tonnen an, unverändert seit 2007. Im Ranking des World Gold Council liegt Österreich damit knapp außerhalb der Top 20. Gold macht rund 75 Prozent der österreichischen Währungsreserven aus.
Die OeNB verkauft nach eigenen Angaben kein Gold, weil es als Sicherheitsinstrument dient und nicht für kurzfristige Gewinne. Auch an Privatpersonen gibt sie kein Gold ab und verweist dafür auf die Münze Österreich.
Wo lagert das österreichische Gold?
Laut OeNB liegen rund 139 Tonnen in Österreich. Etwa 90 Tonnen, rund 7.200 Barren, verwahrt die OeNB selbst, der Rest liegt in den Tresoren der Münze Österreich. Im Ausland lagern rund 84 Tonnen in London, rund 50 Tonnen in Paris und rund 7 Tonnen in der Schweiz.
Die OeNB begründet die Verteilung mit dem Konzentrationsrisiko: Ein einzelner Lagerort wäre anfälliger. An den Handelsplätzen London, Paris und in der Schweiz kann Gold im Ernstfall schnell eingesetzt werden.
Die Rückholung nach Österreich
Ende 2012 lagen laut OeNB nur 17 Prozent des Goldes in Österreich, 80 Prozent im Vereinigten Königreich und 3 Prozent in der Schweiz. Bei 280 Tonnen entsprach das knapp 48 Tonnen im Inland und rund 224 Tonnen in London. 2015 begann die Nationalbank, Gold aus London zurückzuholen. Ziel war, die Hälfte des Bestands in Österreich zu lagern.
Ursprünglich sollten die im Ausland verbleibenden rund 140 Tonnen auf London und die Schweiz verteilt werden. 2018 meldete die OeNB, dass sie 90 Tonnen nach Österreich zurückgeholt hatte, damit lagen rund 140 Tonnen im Inland. Inzwischen gehört auch Paris zu den Lagerorten.
Geschichte: von 1938 bis heute
Nach dem „Anschluss“ 1938 beschlagnahmte die Deutsche Reichsbank 78,2 Tonnen österreichisches Gold. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Österreich 50,1 Tonnen zurück. In den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1950er- und 1960er-Jahren wuchsen die Reserven stark, in den 1980er-Jahren erreichten sie mit rund 657 Tonnen ihren Höchststand.
Mit dem Ende von Bretton Woods 1973 verlor Gold seine Rolle bei der Absicherung des Schillings. In den 1990er-Jahren sank der Bestand durch Verkäufe und weil rund 22 Tonnen bei der EZB hinterlegt wurden. Seit 2007 sind es konstant rund 280 Tonnen.
Zum Vergleich nennt die OeNB die Bestände anderer Länder: rund 8.133 Tonnen in den USA, rund 3.350 Tonnen in Deutschland und rund 2.452 Tonnen in Italien. Das gesamte Eurosystem hält rund 10.808 Tonnen.
Wie prüft die OeNB ihr Gold?
Die OeNB prüft Barren mit präziser Wägung, mit Ultraschall, der einen Blick ins Innere des Barrens erlaubt, und mit Röntgenfluoreszenz zur Bestimmung der Feinheit. Die Barren entsprechen dem Good-Delivery-Standard der LBMA: mindestens 995 Teile Gold von 1.000, in der Regel rund 12,5 Kilogramm schwer und etwa 25 mal 7 mal 3,5 Zentimeter groß.
Weltweit wurden laut World Gold Council, auf den sich die OeNB beruft, bis Ende 2025 rund 219.891 Tonnen Gold gefördert, etwa zwei Drittel davon seit 1950. Zusammengeschmolzen ergäbe das einen Würfel mit rund 22 Metern Kantenlänge. Österreichs Reserve entspricht davon gut einem Promille.


