
Goldtresor der Bundesbank: Wo das deutsche Gold lagert
Die Bundesbank lagert ihr Gold heute an drei Orten: im eigenen Tresor in Frankfurt am Main sowie bei der Federal Reserve Bank of New York und der Bank of England. Mit 3.350 Tonnen (Stand: 31.12.2025) besitzt Deutschland die zweitgrößten nationalen Goldreserven der Welt nach den USA.
Wie viel Gold hat die Bundesbank?
Zum 31. Dezember 2025 wies die Bundesbank 3.350 Tonnen Gold aus, bewertet mit 395,2 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor waren es 3.352 Tonnen. Der Bestand ist seit Jahren nahezu stabil.
Aufgebaut wurde er vor allem zwischen 1951 und 1968. Exportüberschüsse brachten Gold über die Europäische Zahlungsunion und über Zentralbanken wie die New York Fed und die Bank of England nach Deutschland. Ende 1968 lag der Bestand bei 129,69 Mio. Unzen.
Allein über die Europäische Zahlungsunion erhielt die Bundesbank bis zu deren Auflösung 1958 rund 48,7 Mio. Unzen. Damals wurden Salden zwischen den Mitgliedsländern in Gold oder Dollar ausgeglichen.
Der Wert schwankt mit dem Goldpreis. Ende 2024 lag er bei 270,6 Mrd. Euro, ein Jahr später bei 395,2 Mrd. Euro – bei fast gleicher Menge.
Wo lagert das deutsche Gold?
Die Bundesbank verteilt ihr Gold auf drei Lagerstellen. Den größten Teil hält sie selbst in Frankfurt. Ein großer Teil liegt in New York, ein kleinerer in London.
| Lagerort | Menge | Wert |
|---|---|---|
| Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main | 1.710 Tonnen | 201,7 Mrd. Euro |
| Federal Reserve Bank of New York | 1.236 Tonnen | 145,8 Mrd. Euro |
| Bank of England, London | 404 Tonnen | 47,7 Mrd. Euro |
| Gesamt | 3.350 Tonnen | 395,2 Mrd. Euro |
Warum liegt Gold im Ausland?
Die Bundesbank nennt historische und marktbezogene Gründe. Ein Teil des Goldes wurde ihr in den Nachkriegsjahrzehnten direkt an den Handelsplätzen übertragen und blieb dort.
Gold in New York und London kann schnell verkauft, verliehen oder getauscht werden, ohne dass es transportiert werden muss. Für eine Zentralbank kann das im Krisenfall wichtig sein.
Gleichzeitig bedeutet ausländische Verwahrung, dass eine andere Zentralbank die Barren hält. Darum dreht sich die wiederkehrende Debatte in Deutschland: schneller Zugang zum Handelsplatz auf der einen Seite, eigene Kontrolle über die Barren auf der anderen. Das Lagerstellenkonzept von 2013 ist ein Kompromiss zwischen beiden Zielen.
Was brachte die Verlagerung nach Frankfurt?
Im Jahr 2013 legte die Bundesbank ein neues Lagerstellenkonzept vor. Bis spätestens 2020 sollte die Hälfte des Goldes in Frankfurt liegen. Dafür sollten 300 Tonnen aus New York und der gesamte Bestand aus Paris nach Frankfurt kommen.
Die Verlagerung war im August 2017 abgeschlossen, rund drei Jahre früher als geplant. Insgesamt kamen 674 Tonnen nach Frankfurt: 374 Tonnen aus Paris und 300 Tonnen aus New York. Seitdem lagert die Banque de France kein deutsches Gold mehr.
Jeder ankommende Barren wurde in Frankfurt auf Echtheit, Feingehalt und Gewicht geprüft. Beanstandungen gab es nach Angaben der Bundesbank nicht.
| Jahr | Aus Paris | Aus New York | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 2013 | 32 Tonnen | 5 Tonnen | 37 Tonnen |
| 2014 | 35 Tonnen | 85 Tonnen | 120 Tonnen |
| 2015 | 111 Tonnen | 99 Tonnen | 210 Tonnen |
| 2016 | 105 Tonnen | 111 Tonnen | 216 Tonnen |
| 2017 | 91 Tonnen | – | 91 Tonnen |
Wie hat sich die Verteilung verändert?
Vor dem Abschluss der Verlagerung sah die Verteilung deutlich anders aus. Ende 2015 lagen erst 41,5 % in Frankfurt. New York war mit 39,9 % fast gleichauf, in Paris lagen noch 5,8 %.
Bis Ende 2025 stieg der Anteil Frankfurts auf rund 51 %. New York liegt bei rund 37 %, London bei rund 12 %.
| Lagerort | 31.12.2015 | 31.12.2025 |
|---|---|---|
| Frankfurt am Main | 1.402,5 Tonnen | 1.710 Tonnen |
| New York | 1.347,4 Tonnen | 1.236 Tonnen |
| London | 434,7 Tonnen | 404 Tonnen |
| Paris | 196,4 Tonnen | – |
| Gesamt | 3.381 Tonnen | 3.350 Tonnen |
Wie transparent ist die Bundesbank?
Die Bundesbank veröffentlicht ihren Goldbestand und die Verteilung auf die Lagerstellen. Sie kündigte nach Abschluss der Verlagerung auch eine aktualisierte Barrenliste an, mit Stand Ende 2017.
In Deutschland wird immer wieder diskutiert, ob mehr Gold aus New York zurückgeholt werden sollte. Für die aktuelle Verteilung ist allein die Bundesbank zuständig. Die Zahlen oben geben den veröffentlichten Stand Ende 2025 wieder.
Den Tresor in Frankfurt können Besucher nicht betreten. Im Geldmuseum der Bundesbank in Frankfurt liegt aber ein Goldbarren von rund 12,5 kg in einer Vitrine, den Besucher anheben können.


