Historische Bank- und Tresorgebäude an einem Flussufer in der Abenddämmerung
Goldtresore

La Souterraine: Der Goldtresor der Banque de France

La Souterraine ist der Goldtresor der Banque de France, 27 m unter der Pariser Innenstadt. Hier lagern die französischen Goldreserven von 2.436 Tonnen – nach Angaben der Bank inzwischen vollständig, nachdem der letzte Bestand in New York 2025 und 2026 ersetzt wurde.

Was ist La Souterraine?

La Souterraine ist ein besonders gesicherter Tresor unter dem Hauptsitz der Banque de France in Paris. Er liegt 27 m unter der Erde. Im Jahr 1940 erhielt die Anlage einen internationalen Preis für unterirdische Architektur.

Nach dem französischen Währungs- und Finanzgesetzbuch ist die Banque de France für die sichere Verwahrung und Verwaltung der Goldreserven zuständig. La Souterraine ist dafür ihr wichtigster Lagerort.

Wie viel Gold lagert dort?

Frankreich hält nach Angaben der Banque de France 2.436 Tonnen Gold. Ende Mai 2023 waren es 78,3 Mio. Unzen, also 2.436,8 Tonnen. Seit dem letzten Verkauf 2009 ist der Bestand unverändert.

Damit hat Frankreich die viertgrößten nationalen Goldreserven nach den USA, Deutschland und Italien. Zählt man den Internationalen Währungsfonds mit, liegt Frankreich auf Platz fünf. Die Bank veröffentlicht die Höhe der Reserven monatlich.

Warum liegt jetzt das ganze Gold in Paris?

Bis 2025 lag ein kleiner Teil der französischen Reserven bei der Federal Reserve Bank of New York. Nach Medienberichten waren das rund 129 Tonnen, etwa 5 % des Bestands. Die Barren entsprachen nicht mehr den heutigen Standards für Gewicht und Reinheit.

Die Banque de France verkaufte diese Barren nach den Berichten zwischen Juli 2025 und Januar 2026 in New York und kaufte gleichwertige, normgerechte Barren in Europa. Diese lagern nun in Paris. Statt Gold zu transportieren, wurde es also ersetzt.

Der Weg über Verkauf und Neukauf hat einen praktischen Vorteil: Es muss kein Gold über den Atlantik transportiert und anschließend neu geprüft werden. Die neuen Barren entsprechen bereits den aktuellen Anforderungen, die alten wurden in New York in den Markt gegeben.

Aus dem Geschäft entstanden laut der Bank Devisenerträge von 11 Mrd. Euro im Jahr 2025. Gouverneur François Villeroy de Galhau betonte, die Entscheidung für Paris sei nicht politisch motiviert. Die Gesamtmenge blieb bei rund 2.437 Tonnen.

Wie unterscheidet sich Paris von New York und London?

Die Tresore in New York und London sind vor allem Verwahrstellen für fremdes Gold. Der New York Fed gehört kein Gold in ihrem Tresor, der Bank of England nur zwei Museumsbarren. Die Banque de France lagert dagegen in erster Linie die eigenen Reserven Frankreichs.

Damit verfolgt Frankreich einen anderen Ansatz als etwa Deutschland. Die Bundesbank hält gut die Hälfte ihres Goldes in Frankfurt und den Rest bewusst an den Handelsplätzen New York und London. Frankreich hat nach den vorliegenden Angaben seit 2026 kein Gold mehr im Ausland.

Für die Handelbarkeit spielt der Standard der Barren eine Rolle. Der Austausch der alten New Yorker Barren zeigt, dass auch Zentralbanken darauf achten, dass ihre Bestände den aktuellen Anforderungen des Marktes entsprechen.

Verwahrt die Banque de France auch fremdes Gold?

Ja, in kleinem Umfang. Die Banque de France bietet die Verwahrung für ausländische Zentralbanken und internationale Organisationen an. Das macht nach ihren Angaben nur einen kleinen Teil des eingelagerten Goldes aus.

Bis 2017 lagerte auch die Bundesbank Gold in Paris. Sie holte zwischen 2013 und 2017 insgesamt 374 Tonnen nach Frankfurt. Ende 2015 lagen noch 196,4 Tonnen deutsches Gold in Paris, die letzten 91 Tonnen gingen 2017 nach Frankfurt.

Für Privatanleger handelt die Banque de France kein Gold.

Häufige Fragen

Wie tief liegt La Souterraine?

Nach Angaben der Banque de France 27 m unter der Erde, unter ihrem Sitz in Paris.

Wie viel Gold hat Frankreich?

Rund 2.436 Tonnen, nach Angaben der Banque de France. Der Bestand ist seit 2009 unverändert.

Liegt französisches Gold noch in New York?

Nach Medienberichten nicht mehr. Die rund 129 Tonnen in New York wurden bis Januar 2026 verkauft und durch Barren in Paris ersetzt.

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