
Goldtresor der Federal Reserve Bank of New York
Der Goldtresor der Federal Reserve Bank of New York ist nach eigenen Angaben der größte bekannte Lagerort für Währungsgold weltweit. Rund 507.000 Barren mit zusammen etwa 6.331 Tonnen lagerten dort 2024 – fast alles im Auftrag ausländischer Staaten und Zentralbanken.
Wo liegt der Tresor und wie tief?
Der Tresor befindet sich im Untergeschoss des Gebäudes der Federal Reserve Bank of New York in Manhattan. Er wurde beim Bau des Gebäudes in den frühen 1920er-Jahren angelegt.
Laut New York Fed liegt er 80 Fuß unter Straßenniveau und 50 Fuß unter dem Meeresspiegel, also rund 24 m beziehungsweise 15 m. Er ruht direkt auf dem Felsgestein Manhattans.
Wie viel Gold lagert dort?
Nach Angaben der New York Fed lagerten 2024 rund 507.000 Barren mit etwa 6.331 Tonnen Gold im Tresor. Der Höchststand lag 1973 bei über 12.000 Tonnen, kurz nachdem die USA die Einlösung von Dollar in Gold für ausländische Regierungen eingestellt hatten.
Seitdem sinkt der Bestand. Mehrere Zentralbanken haben Gold abgezogen. Die Bundesbank etwa holte zwischen 2013 und 2016 insgesamt 300 Tonnen nach Frankfurt.
Wem gehört das Gold?
Weder der New York Fed noch dem Federal Reserve System gehört Gold in diesem Tresor. Die Bank ist nur Verwahrer. Kontoinhaber sind die US-Regierung, ausländische Regierungen, andere Zentralbanken und offizielle internationale Organisationen.
Privatpersonen und Unternehmen können dort kein Gold lagern. Der weitaus größte Teil des Bestands gehört ausländischen Staaten. Das US-Finanzministerium weist für die New York Fed nur rund 416 Tonnen eigenes Gold aus (Stand: 31.10.2026).
Größter bekannter ausländischer Kunde ist die Bundesbank. Sie lagert dort 1.236 Tonnen, das sind rund 37 % der deutschen Goldreserven (Stand: 31.12.2025).
Wie wird das Gold verwahrt?
Der Tresor ist in 122 Abteile gegliedert. Jedes Abteil gehört genau einem Kontoinhaber. Es ist mit einem Vorhängeschloss, zwei Kombinationsschlössern und einem Siegel der Revision gesichert. Die Abteile tragen Nummern statt Namen, damit die Kunden anonym bleiben.
Die New York Fed behandelt Gold nicht als austauschbar. Wer Barren einlagert, bekommt genau diese Barren zurück. Das ist allokierte Lagerung im engsten Sinn. Bei der Einlagerung wird jeder Barren gewogen, Hersteller und Feingehalt werden mit den Angaben des Kunden abgeglichen.
Wechselt Gold den Besitzer, tragen Mitarbeiter die Barren von einem Abteil ins andere. Für jede Bewegung und jedes Öffnen eines Abteils müssen drei Personen anwesend sein: zwei aus dem Tresorteam, eine aus der internen Revision.
Wie kommt das Gold in den Tresor?
Viel Gold kam während und nach dem Zweiten Weltkrieg nach New York. Viele Staaten wollten ihre Reserven damals an einem sicheren Ort und nahe am Dollarmarkt wissen.
Neue Barren kommen über einen Aufzug von der Straße in den Tresor. Ein Barren wiegt laut New York Fed etwa 27 Pfund, also gut 12 kg. Kleine Bestände legt die Bank gelegentlich in gemeinsame Abteile, die sie „library“ nennt.
In den Büchern wird das Gold mit dem amtlichen Wert von 42,2222 US-Dollar je Unze geführt, nicht mit dem Marktpreis. Für die Kunden ist das unerheblich, denn ihnen gehören die Barren selbst.
Wie ist der Tresor gesichert?
Der einzige Zugang ist ein drehbarer Stahlzylinder mit 90 Tonnen Gewicht. Er sitzt in einem Rahmen aus Stahl und Beton mit 140 Tonnen, der geschlossen luft- und wasserdicht abschließt. Zeitschlösser halten den Tresor bis zum nächsten Geschäftstag verschlossen.
Kameras überwachen den Raum rund um die Uhr, nachts kommen Bewegungsmelder hinzu. Dazu kommt die bewaffnete Polizei der Federal Reserve.
Für die Lagerung selbst verlangt die Bank keine Gebühr. Kosten fallen nur an, wenn Gold ein- oder ausgelagert oder zwischen Abteilen umgelagert wird.


