
Fort Knox: Wie viel Gold liegt im US Bullion Depository?
Fort Knox ist der bekannteste Goldtresor der Welt: Im United States Bullion Depository in Kentucky lagern laut US-Finanzministerium 147.341.858 Feinunzen Gold, das sind rund 4.582,8 Tonnen. Kaum ein Ort ist so oft Gegenstand von Gerüchten – und kaum einer ist so selten von außen betreten worden.
Was ist das US Bullion Depository?
Das Depository steht auf dem Gelände der Militärbasis Fort Knox in Kentucky. Der Kongress bewilligte den Bau im Juni 1936, fertig war das Gebäude im Dezember desselben Jahres. Die Baukosten lagen laut US Mint bei 560.000 US-Dollar. Verbaut wurden unter anderem 16.000 Kubikfuß Granit und 750 Tonnen Bewehrungsstahl.
Am 13. Januar 1937 traf die erste Goldlieferung ein, aus der Münzstätte Philadelphia und dem Assay Office in New York. Das Depository ist keine Produktionsstätte. Es dient ausschließlich der Lagerung.
Die Barren haben laut US Mint ein Standardgewicht von etwa 400 Unzen, das sind rund 12,4 kg. Seit vielen Jahren wird nach Angaben der Mint kein Gold mehr ein- oder ausgelagert. Entnommen wurden nur kleine Proben für Reinheitstests bei Prüfungen.
Wie viel Gold liegt in Fort Knox?
Das US-Finanzministerium veröffentlicht den Bestand monatlich im „Status Report of U.S. Government Gold Reserve“. Zum 31. Oktober 2026 waren dort für Fort Knox 147.341.858,382 Feinunzen ausgewiesen. Das entspricht rund 4.582,8 Tonnen.
Insgesamt hält die US-Regierung rund 261,5 Mio. Feinunzen, also rund 8.133,5 Tonnen. Fort Knox ist damit der größte, aber nicht der einzige Lagerort. Die Zahl ist seit Jahren unverändert.
Der Buchwert liegt bei gesetzlich festgelegten 42,2222 US-Dollar je Unze. Dieser Wert stammt aus dem Jahr 1973 und hat mit dem Marktpreis nichts zu tun.
| Lagerort | Feinunzen | Tonnen (gerundet) |
|---|---|---|
| Fort Knox, Kentucky | 147.341.858 | 4.582,8 Tonnen |
| West Point, New York | 54.067.331 | 1.681,7 Tonnen |
| Denver, Colorado | 43.853.707 | 1.364,0 Tonnen |
| Federal Reserve Bank of New York | 13.376.988 | 416,1 Tonnen |
| Arbeitsbestand der Mint (Münzen, Rohlinge) | 2.783.219 | 86,6 Tonnen |
Wer prüft den Bestand?
Der Bestand der sogenannten Deep-Storage-Reserven wird jedes Jahr geprüft. Zuständig ist das Office of Inspector General des US-Finanzministeriums. Der jüngste Bericht vom 12. Dezember 2025 (OIG-26-002) bezieht sich auf den Stichtag 30. September 2025.
Die Prüfer bestätigten darin, dass die ausgewiesenen Bestände in allen wesentlichen Punkten zutreffend dargestellt sind. Wesentliche Schwächen der internen Kontrollen fanden sie nicht. Laut Bericht lagert das Gold in versiegelten Tresoren.
Kritiker halten diese jährlichen Prüfungen für nicht ausreichend. Sie fordern eine vollständige physische Inventur mit Wiegen und Reinheitsprüfung aller Barren. Eine solche Komplettzählung ist öffentlich nicht dokumentiert.
Wer durfte Fort Knox betreten?
Fort Knox hat eine strikte Regel: keine Besucher. Laut US Mint gab es bis 1974 außer dem befugten Personal nur einen Besucher, Präsident Franklin D. Roosevelt.
Am 23. September 1974 machte das Finanzministerium eine Ausnahme. Wegen Gerüchten, das Gold sei verschwunden, durften Journalisten und eine Delegation des Kongresses die Tresore sehen.
Erst am 24. August 2017 betraten wieder Außenstehende die Tresore: Finanzminister Steven Mnuchin, der Gouverneur von Kentucky, Matt Bevin, und Abgeordnete des Kongresses.
Im Zweiten Weltkrieg diente Fort Knox auch als Versteck für Dokumente. Die Unabhängigkeitserklärung, die Verfassung und die Bill of Rights lagerten dort bis 1944. Auch die Stephanskrone wurde dort verwahrt, bis sie 1978 an Ungarn zurückging.
Worum ging es in der Debatte um ein Audit 2025?
Im Februar 2025 kam Fort Knox wieder in die Schlagzeilen. Elon Musk, damals im Umfeld der Regierung tätig, regte auf X eine öffentliche Überprüfung an. Präsident Donald Trump kündigte am 19. Februar 2025 an, man werde nach Fort Knox fahren, um zu prüfen, ob das Gold noch da sei.
Finanzminister Scott Bessent sagte am selben Tag, das Gold werde jedes Jahr geprüft und sei vollständig vorhanden. Eine öffentliche Inspektion oder eine neue vollständige Inventur folgte nach den verfügbaren Berichten nicht.
Im Kongress gab es Vorstöße für mehr Transparenz. Der Abgeordnete Thomas Massie brachte den „Gold Reserve Transparency Act“ ein. Er sieht eine unabhängige Prüfung mit physischer Kontrolle aller US-Goldreserven vor. Ob der Entwurf vorankam, ist nicht belegt.


