
World Gold Council: Verband und Datenquelle
Der World Gold Council (WGC) ist die Mitgliederorganisation großer Goldminengesellschaften. Bekannt ist er vor allem durch seine Marktforschung: Wenn Medien über Goldkäufe der Zentralbanken oder die Nachfrage nach Schmuck berichten, stammen die Zahlen meist vom WGC.
Was ist der World Gold Council?
Der WGC wurde 1987 von Goldminengesellschaften gegründet. Er versteht sich als Organisation, die die Rolle von Gold als strategischer Vermögenswert vertritt. Er handelt kein Gold und setzt keine Preise, sondern forscht, informiert und arbeitet an Standards für den Markt.
Seine Arbeit beschreibt der WGC mit drei Zielen: das Verständnis für Gold verbessern, den Zugang zu Gold erleichtern und das Vertrauen in den Markt stärken. Dazu gehören etwa Grundsätze für den verantwortungsvollen Goldabbau.
Wer sind die Mitglieder?
Dem WGC gehören 29 Goldminengesellschaften an. Sie haben ihren Sitz in verschiedenen Ländern und betreiben Minen in mehr als 45 Ländern. Geleitet wird der Verband von einem Verwaltungsrat, in dem Vorsitzende oder Vorstandschefs der Mitgliedsunternehmen und der Chef des WGC sitzen.
Weil die Mitglieder Gold fördern, haben sie ein Interesse an einer stabilen Nachfrage. Das ist bei der Einordnung von Studien und Kommentaren des WGC zu bedenken. Seine Statistiken gelten dennoch als Standardquelle, weil sie methodisch dokumentiert und lange Zeitreihen verfügbar sind.
Was steht in den Gold Demand Trends?
Die Gold Demand Trends erscheinen jedes Quartal. Sie stellen das Angebot aus Minenförderung und Recycling der Nachfrage gegenüber, aufgeteilt nach Schmuck, Technologie, Barren und Münzen, börsengehandelten Fonds und Zentralbanken. Die zugrunde liegenden Daten liefert das Analysehaus Metals Focus.
Neben dem globalen Bericht gibt es Auswertungen für einzelne Märkte, etwa eine eigene Ausgabe für die USA. Die Daten sind auf der Plattform Goldhub des WGC abrufbar, ebenso monatliche Marktkommentare und Übersichten zu Goldfonds und Zentralbankreserven.
Für Leser ist vor allem die Aufteilung der Nachfrage hilfreich. Sie zeigt, ob sich die Nachfrage von Schmuck hin zu Anlageformen verschiebt oder ob Zentralbanken mehr oder weniger kaufen. Auf der Angebotsseite stehen die Minenförderung, das Recycling von Altgold und die Absicherungsgeschäfte der Produzenten.
Welche Zahlen nennt der Bericht für das dritte Quartal 2026?
Der Bericht für das dritte Quartal 2026 erschien am 3. November 2026. Die gesamte Nachfrage lag bei 1.369 Tonnen und damit 1 % unter dem Vorjahresquartal. Wegen des hohen Preises stieg ihr Wert um 22 % auf 188 Milliarden US-Dollar. Der LBMA-Goldpreis am Nachmittag lag im Quartalsdurchschnitt bei 4.262 US-Dollar je Unze, 23 % mehr als ein Jahr zuvor.
Die Zentralbanken kauften 321 Tonnen, so viel wie seit dem vierten Quartal 2024 nicht mehr. Die Technologie-Nachfrage erreichte den höchsten Stand seit Ende 2021. Beim Angebot erreichte die Minenförderung mit 1.071 Tonnen einen Rekord für ein drittes Quartal, während das Recycling auf den niedrigsten Wert seit Ende 2023 fiel. Die Absicherungsgeschäfte der Produzenten verringerten das Angebot netto um 17 Tonnen.
| Kategorie | Menge | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Zentralbanken | 321 Tonnen | +42 % |
| Goldfonds (ETF), Zuflüsse | 211 Tonnen | −6 % |
| Schmuck | 313 Tonnen | −17 % |
| Barren und Münzen | 268 Tonnen | −19 % |
| Technologie | 85 Tonnen | +3 % |
| Minenförderung | 1.071 Tonnen | +3 % |
| Recycling | 314 Tonnen | −8 % |
Wie lassen sich die Zahlen einordnen?
Quartalszahlen schwanken. Aussagekräftiger ist der Blick auf mehrere Quartale: In den ersten neun Monaten 2026 lag die Nachfrage laut WGC bei 3.881 Tonnen und damit fast gleichauf mit dem Rekordwert des Vorjahreszeitraums von 3.884 Tonnen. Die Bestände der Goldfonds erreichten Ende September mit 4.256 Tonnen einen Höchststand.
Die Zahlen beruhen auf Erhebungen und Schätzungen von Metals Focus. Einzelne Quartale können durch Sondereffekte geprägt sein, Vergleiche über mehrere Quartale sind deshalb aussagekräftiger.


