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Handelsplätze & Institutionen

LPPM: der Londoner Markt für Platin und Palladium

Die LPPM (London Platinum and Palladium Market) ist der Branchenverband für den Großhandel mit Platin und Palladium. Sie führt die Liste der Raffinerien, deren Barren in London und Zürich als lieferbar gelten, und überwacht die Standards für diese beiden Metalle sowie für Rhodium.

Was ist die LPPM?

Händler in London und Zürich handelten Platin und Palladium lange Zeit informell direkt miteinander. 1979 einigten sich führende Häuser beider Städte darauf, nur Metall mit einheitlichen Spezifikationen und bekannter Herkunft als lieferbar zu akzeptieren. 1987 wurde der Markt mit einer Gründungsurkunde formalisiert, so entstand die LPPM.

Die LPPM ist kein Handelsplatz im Sinne einer Börse. Wie im Goldmarkt wird außerbörslich gehandelt, die Geschäfte beziehen sich auf Metall loco London oder loco Zürich. Seit 2009 werden Platin und Palladium loco London auch über die LPMCL abgewickelt, die Clearinggesellschaft des Londoner Marktes.

Neben Platin und Palladium beaufsichtigt die LPPM auch Standards für Rhodium. Wie die LBMA beim Gold sorgt sie mit ihrer Liste dafür, dass Händler sich auf Gewicht, Feingehalt und Herkunft der Barren verlassen können, ohne jeden Barren neu prüfen zu müssen.

Wer sind die Mitglieder?

Die LPPM hat 116 Mitglieder in 21 Ländern. Dazu gehören Banken, Raffinerien, Verarbeiter und Broker. Die Mitglieder sind in Stufen eingeteilt:

  • 18 Vollmitglieder
  • 47 assoziierte Mitglieder
  • 48 angeschlossene Unternehmen (Affiliates)
  • 3 angeschlossene Börsen

Was gilt als Good Delivery für Platin und Palladium?

Die LPPM führt die London/Zurich Good Delivery List. Darauf stehen derzeit 40 Raffinerien für Platin und 34 für Palladium. Ihre Platten und Barren werden im Großhandel ohne weitere Prüfung angenommen.

Ein Standardbarren wiegt zwischen 1 und 6 Kilogramm, also zwischen 32,151 und 192,904 Feinunzen, und hat einen Feingehalt von mindestens 99,95 %. Er trägt das Zeichen der Raffinerie, die Metallbezeichnung mit Feingehaltsstempel, eine eigene Nummer sowie Monat und Jahr der Herstellung. Damit sind die Barren deutlich kleiner als Good-Delivery-Goldbarren.

Wie entsteht der Platinpreis?

Der Referenzpreis für Platin und Palladium heißt LBMA Platinum Price und LBMA Palladium Price. Seine Vorläufer reichen bis 1973 zurück, als erstmals eine zweimal tägliche Preisangabe für Platin eingeführt wurde, die London Platinum Quotation.

Bis zum 30. Juni 2026 betrieb die London Metal Exchange die Auktionen. Seit dem 1. Juli 2026 ist die ICE Benchmark Administration zuständig, die auch den LBMA-Goldpreis ermittelt. Die Auktionen beginnen um 9:45 und um 14:00 Uhr Londoner Zeit, zuerst für Platin, unmittelbar danach für Palladium. Weil der Preis aus der letzten Auktionsrunde stammt, gibt es keine feste Uhrzeit für die Veröffentlichung.

Mit dem Wechsel änderte sich auch die Lizenzierung: Wer die Preise ab dem 1. Juli 2026 in Echtzeit oder historisch nutzt, etwa für Bewertungen oder Finanzprodukte, braucht eine Lizenz von IBA. Bisherige Lizenzen der LME gelten dafür nicht. Zu ihrer Methodik hatte IBA vorab eine öffentliche Konsultation durchgeführt, auf die keine Stellungnahmen eingingen.

Wie hängen LPPM und LBMA zusammen?

Beide Verbände sitzen in London und arbeiten eng zusammen, sind aber eigenständig. Die LBMA ist für Gold und Silber zuständig, die LPPM für Platin und Palladium. Die Referenzpreise für alle vier Metalle tragen den Namen LBMA, und seit Juli 2026 laufen alle Auktionen bei IBA.

Für Anleger bedeutet das: Wer Platin oder Palladium kauft, sollte auf Barren von Raffinerien achten, die auf der Liste der LPPM stehen. Das sagt etwas über Herkunft und Qualität aus, nicht über die künftige Preisentwicklung.

Häufige Fragen

Ist die LPPM Teil der LBMA?

Nein. Die LPPM ist ein eigener Verband. Beide arbeiten zusammen, die Referenzpreise für Platin und Palladium tragen aber den Namen LBMA.

Wann wird der Platinpreis in London festgestellt?

Die Auktionen beginnen um 9:45 und um 14:00 Uhr Londoner Zeit. Seit dem 1. Juli 2026 betreibt sie die ICE Benchmark Administration.

Wie schwer ist ein Good-Delivery-Platinbarren?

Zwischen 1 und 6 Kilogramm bei einem Feingehalt von mindestens 99,95 %.

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