
Goldfälschungen erkennen: So prüfen Sie die Echtheit
Goldfälschungen erkennen Sie am zuverlässigsten mit einer Kombination aus einfachen Messungen und Gerätetests. Die meisten Fälschungen fallen schon bei Gewicht und Maßen auf. Aufwendige Fälschungen mit Wolframkern lassen sich dagegen nur mit Verfahren aufdecken, die ins Innere des Metalls blicken.
Welche Fälschungen gibt es?
Einfache Fälschungen bestehen aus unedlem Metall mit dünner Goldschicht. Sie sind meist zu leicht oder haben die falschen Maße. Aufwendiger sind Barren oder Münzen mit einem Kern aus Wolfram. Wolfram hat fast dieselbe Dichte wie Gold, deshalb stimmen Gewicht und Maße oft überein.
Daneben gibt es echte Goldmünzen, die als seltene Jahrgänge ausgegeben werden, und nachgemachte Verpackungen oder Zertifikate bekannter Hersteller. Bei Barren gehört auch die Seriennummer zur Prüfung.
Erster Test: Gewicht und Maße
Jede Anlagemünze und jeder Markenbarren hat feste Herstellerangaben. Ein 1-Unzen-Krügerrand wiegt 33,93 g, ist 32,77 mm breit und 2,84 mm dick. Ein Wiener Philharmoniker zu einer Unze hat 37 mm Durchmesser, ein Maple Leaf 30 mm. Mit einer Feinwaage, die auf 0,01 g genau misst, und einem Messschieber prüfen Sie diese Werte in wenigen Minuten.
Weicht das Gewicht bei korrekten Maßen ab, oder passen die Maße bei korrektem Gewicht nicht, ist das ein deutliches Warnzeichen. Eine vergoldete Silberscheibe wäre bei gleicher Größe nur gut halb so schwer, weil Silber eine Dichte von 10,49 g/cm³ hat und Gold 19,32 g/cm³.
Warum Magnet, Säure und Dichte nicht reichen
Gold ist nicht magnetisch. Ein Magnettest entlarvt also Fälschungen aus Eisen oder Stahl. Wolfram ist aber ebenfalls nicht magnetisch, deshalb hilft der Test gegen hochwertige Fälschungen nicht.
Prüfsäure und Röntgenfluoreszenzanalyse bestimmen den Goldgehalt zuverlässig – allerdings nur an der Oberfläche. Ist ein Wolframkern dick mit echtem Gold ummantelt, bestehen beide Tests. Auch die Dichtemessung im Wasserbad kann Wolfram nicht sicher erkennen, weil der Unterschied zu Gold mit 19,25 zu 19,32 g/cm³ sehr klein ist.
Prüfmethoden, die ins Innere messen
Ultraschallgeräte messen, wie schnell sich Schallwellen im Metall ausbreiten. In Wolfram ist der Schall deutlich schneller als in Gold, deshalb fällt ein fremder Kern auf. Andere Geräte nutzen elektromagnetische Verfahren und messen die Leitfähigkeit bis in eine gewisse Tiefe.
Professionelle Händler setzen solche Geräte beim Ankauf ein. Für Privatleute lohnt sich die Anschaffung meist nicht. Lassen Sie Stücke aus unklarer Quelle deshalb bei einem Fachhändler prüfen, bevor Sie sie kaufen.
Sicher kaufen statt aufwendig prüfen
Der wirksamste Schutz ist die Wahl der Quelle. Kaufen Sie bei etablierten Händlern, die ihre Ware direkt von Prägestätten oder Scheideanstalten beziehen. Barren von Herstellern auf der Good-Delivery-Liste der LBMA haben Seriennummern und werden oft in versiegelten Verpackungen geliefert.
Vorsicht ist geboten bei Angeboten deutlich unter dem Marktpreis, bei Privatverkäufen über Kleinanzeigen und bei Verkäufern, die Zeitdruck aufbauen. Ein Preis unter dem Goldwert ist bei echtem Gold wirtschaftlich nicht plausibel.
Optische Merkmale: Prägung, Rand und Farbe
Echte Anlagemünzen haben ein scharfes, detailreiches Prägebild. Unscharfe Konturen, Luftblasen, ungleichmäßige Schrift oder eine schiefe Ausrichtung von Vorder- und Rückseite sind Warnzeichen. Vergleichen Sie die Münze am besten mit Abbildungen des Herstellers oder mit einem Stück, dessen Echtheit feststeht.
Auch die Farbe gibt Hinweise. Reines Gold mit 999,9 Tausendsteln hat einen satten Gelbton. Der Krügerrand wirkt durch seinen Kupferanteil rötlicher. Eine Farbe, die nicht zum angegebenen Feingehalt passt, rechtfertigt eine genauere Prüfung. Bei Barren lohnt ein Blick auf Seriennummer und Zertifikat. Manche Hersteller bieten an, die Nummer online zu überprüfen.


