
Feinheit und Karat: 585, 750, 333 und 999,9 Gold erklärt
Feinheit und Karat geben an, wie viel reines Gold in einem Schmuckstück, einer Münze oder einem Barren steckt. Wer den Wert von Altgold, Erbstücken oder Anlagegold einschätzen will, braucht nur diese Angabe, das Gewicht und den aktuellen Goldpreis je Gramm Feingold.
Was bedeutet Feinheit?
Die Feinheit, auch Feingehalt genannt, beschreibt den Anteil des reinen Edelmetalls an der gesamten Legierung. Sie wird in Tausendsteln angegeben. Ein Ring mit dem Stempel 585 besteht also zu 585 von 1.000 Teilen aus Gold, der Rest sind andere Metalle wie Silber, Kupfer oder Palladium.
Diese Beimischungen sind kein Mangel. Reines Gold ist sehr weich und verkratzt leicht. Für Schmuck, der täglich getragen wird, sind härtere Legierungen deshalb üblich. Die Zusatzmetalle bestimmen außerdem die Farbe: Mit mehr Kupfer entsteht Rotgold, mit Palladium oder Silber Weißgold.
Anlagebarren und viele Anlagemünzen bestehen dagegen aus nahezu reinem Gold mit 999,9 Tausendsteln. Hier zählt der Metallwert, nicht die Härte.
Karat in Feinheit umrechnen
Karat ist die ältere Maßeinheit. Sie teilt das Ganze in 24 Teile. 24 Karat entsprechen reinem Gold, 18 Karat bedeuten 18 von 24 Teilen, also 75 %. Die Umrechnung ist einfach: Feinheit = Karat ÷ 24 × 1.000. Umgekehrt gilt Karat = Feinheit ÷ 1.000 × 24.
In Deutschland stehen auf Schmuck meist die Tausendstel-Stempel. In vielen Ländern Asiens und des Nahen Ostens sind dagegen 21 und 22 Karat verbreitet. Auch die bekannte Anlagemünze Krügerrand besteht aus 22-karätigem Gold.
| Stempel | Karat | Goldanteil | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % | günstiger Schmuck in Deutschland |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % | Schmuck, u. a. in Großbritannien |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % | verbreiteter Alltagsschmuck |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % | hochwertiger Schmuck, Uhren |
| 875 | 21 Karat | 87,5 % | Schmuck im Nahen Osten |
| 916 | 22 Karat | 91,6 % | Schmuck in Asien, Krügerrand (916,7) |
| 999,9 | 24 Karat | 99,99 % | Anlagebarren, viele Anlagemünzen |
Wie viel ist 585er Gold pro Gramm wert?
Der Materialwert ergibt sich aus drei Größen: Gewicht, Feinheit und Goldpreis je Gramm Feingold. Die Formel lautet: Gewicht in Gramm × Feinheit ÷ 1.000 × Goldpreis je Gramm.
Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Goldpreis von 120 € je Gramm Feingold: Ein Gramm 585er Gold enthält 0,585 g Feingold und hat damit einen Materialwert von 70,20 €. Bei 750er Gold, also 18 Karat, sind es 90,00 €, bei 333er Gold 39,96 €. Für 21 Karat (875) ergeben sich 105,00 €, für 22 Karat (916) 109,92 €. Setzen Sie für eine echte Berechnung den aktuellen Tagespreis ein.
Ankaufspreise von Händlern liegen unter diesem Materialwert. Altgold muss eingeschmolzen und geschieden werden, und der Händler kalkuliert seine Kosten und seine Marge ein. Vergleichen Sie deshalb mehrere Angebote und fragen Sie nach, welcher Goldpreis und welcher Abschlag zugrunde liegen.
Warum 585 und nicht 583?
Rechnerisch entsprechen 14 Karat genau 583,3 Tausendsteln. Gestempelt wird trotzdem 585. Der Stempel liegt bewusst etwas über dem rechnerischen Wert, damit die Legierung den angegebenen Goldanteil sicher erreicht. Ähnlich ist es bei 333er Gold: 8 Karat ergeben rechnerisch 333,3 Tausendstel.
Für die Wertberechnung nehmen Sie den gestempelten Wert. Bei Erbstücken ohne lesbaren Stempel kann ein Händler oder Goldschmied den Feingehalt mit Prüfsäure oder einem Röntgenfluoreszenzgerät bestimmen.
Feinheit bei Anlagegold
Für Barren, die in Deutschland als umsatzsteuerfreies Anlagegold gelten, schreibt § 25c UStG einen Feingehalt von mindestens 995 Tausendsteln vor. Goldmünzen müssen mindestens 900 Tausendstel erreichen und weitere Bedingungen erfüllen. Schmuck ist nie Anlagegold, auch wenn er aus 750er oder 999er Gold besteht.
Im Großhandel gilt der Standard der London Bullion Market Association: Ein Good-Delivery-Barren muss ebenfalls mindestens 995 Tausendstel Gold enthalten. Kleinere Anlagebarren für Privatkunden haben in der Regel 999,9 Tausendstel.


