Goldbarren, Silberbarren und Anlagemünzen wie Maple Leaf und Philharmoniker auf einem Holztisch
Grundlagen: Gold & Silber 101

Spotpreis, Aufgeld und Spread: So entsteht der Goldpreis beim Händler

Der Spotpreis ist der Preis, zu dem Gold im Großhandel sofort gehandelt wird – meist in US-Dollar je Feinunze. Privatkäufer zahlen beim Händler einen höheren Preis, weil ein Aufgeld hinzukommt, und erhalten beim Verkauf etwas weniger. Wer diese Bausteine kennt, kann Angebote sachlich vergleichen.

Was ist der Spotpreis?

Der Spotpreis ist der Preis für Gold, das sofort geliefert und bezahlt wird. Er bildet sich laufend im Handel zwischen Banken, Händlern und anderen Marktteilnehmern, vor allem am Londoner Over-the-Counter-Markt und an Terminbörsen. Angegeben wird er üblicherweise in US-Dollar je Feinunze.

Wichtig ist: Der Spotpreis gilt für große Mengen im Großhandel, also für Barren nach dem Good-Delivery-Standard. Kein Privatkunde kauft einen 50-Gramm-Barren zum Spotpreis. Der Spotpreis ist der Ausgangspunkt, auf den Händler ihre Preise aufbauen.

LBMA Gold Price: das tägliche Fixing

Neben dem laufenden Spotpreis gibt es einen festen Referenzpreis, den LBMA Gold Price. Er wird an jedem Handelstag in zwei elektronischen Auktionen um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit ermittelt. Für Silber gibt es eine Auktion um 12:00 Uhr. Verwaltet werden beide Preise von der ICE Benchmark Administration.

Die Auktionen laufen in US-Dollar. Die Ergebnisse werden zusätzlich in Pfund und Euro veröffentlicht. Viele Verträge, Fonds und Zentralbanken nutzen diese Referenzpreise zur Bewertung.

Aufgeld: Was über den Metallwert hinaus anfällt

Das Aufgeld, auch Agio oder Prämie genannt, ist der Betrag, den Sie über dem reinen Metallwert zahlen. Es deckt die Herstellung des Barrens oder der Münze, Transport, Versicherung, Lagerhaltung und die Marge des Händlers.

Sie können das Aufgeld selbst ausrechnen: Teilen Sie den Verkaufspreis durch den Metallwert und ziehen Sie 1 ab. Ein Rechenbeispiel: Kostet eine Unzenmünze 3.780 € und liegt der Goldpreis bei 3.600 € je Feinunze, beträgt das Aufgeld 180 € oder 5 %. Kleine Einheiten und Münzen haben meist ein höheres Aufgeld als große Barren.

Spread: der Abstand zwischen Kauf und Verkauf

Händler nennen zwei Preise. Der Verkaufspreis, auch Briefkurs, ist das, was Sie beim Kauf zahlen. Der Ankaufspreis, auch Geldkurs, ist das, was Sie beim Verkauf erhalten. Die Differenz heißt Spread.

Der Spread zeigt, wie viel der Goldpreis steigen muss, bevor Sie beim sofortigen Rückverkauf an denselben Händler keinen Verlust machen. Ein geringes Aufgeld beim Kauf nützt wenig, wenn der Händler beim Rückkauf einen hohen Abschlag verlangt.

Angebote richtig vergleichen

Vergleichen Sie nicht nur den Verkaufspreis, sondern den Gesamtpreis je Gramm Feingold inklusive Versand und Versicherung. Fragen Sie auch nach dem Rückkaufpreis für dasselbe Produkt. Ein fairer Vergleich gelingt nur mit identischem Produkt, also gleichem Hersteller, gleicher Größe und gleichem Feingehalt.

Achten Sie außerdem auf den Zeitpunkt. Der Spotpreis ändert sich laufend, und Händler passen ihre Preise mehrmals täglich an. Ein Angebot von gestern ist heute möglicherweise nicht mehr gültig.

Warum der Preis in Euro anders schwankt

Weil Gold international in US-Dollar gehandelt wird, hängt der Preis in Euro auch vom Wechselkurs ab. Steigt der Goldpreis in Dollar, während der Euro gegenüber dem Dollar zulegt, fällt der Anstieg in Euro geringer aus. Umgekehrt kann Gold in Euro teurer werden, obwohl der Dollarpreis unverändert bleibt.

Für Käufer in Deutschland ist deshalb der Preis in Euro je Gramm oder je Unze entscheidend. Die meisten Händler rechnen ihre Preise laufend auf Basis des aktuellen Spotpreises und des Wechselkurses um. Der in Euro veröffentlichte LBMA Gold Price dient dabei vor allem als Referenz für Bewertungen und Verträge.

Häufige Fragen

Kann ich Gold zum Spotpreis kaufen?

Als Privatkunde in der Regel nicht. Der Spotpreis gilt für große Mengen im Großhandel. Beim Händler kommt ein Aufgeld hinzu.

Warum ist der Ankaufspreis niedriger als der Verkaufspreis?

Der Händler deckt mit dem Spread seine Kosten für Prüfung, Lagerung und Weiterverkauf sowie seine Marge.

Was ist der Unterschied zwischen Spotpreis und LBMA Gold Price?

Der Spotpreis ändert sich laufend. Der LBMA Gold Price wird zweimal täglich in einer Auktion festgestellt und dient als Referenzpreis.

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