Goldbarren, Silberbarren und Anlagemünzen wie Maple Leaf und Philharmoniker auf einem Holztisch
Grundlagen: Gold & Silber 101

Barren oder Münzen: Was beim Goldkauf besser passt

Barren oder Münzen – diese Frage stellt sich bei fast jedem Goldkauf. Beide enthalten physisches Gold und sind in Deutschland bei ausreichendem Feingehalt als Anlagegold umsatzsteuerfrei. Unterschiede gibt es beim Aufgeld, bei der Stückelung und beim Wiederverkauf.

Was unterscheidet Barren und Münzen?

Goldbarren sind gegossene oder geprägte Blöcke, die eine Scheideanstalt herstellt. Sie tragen Hersteller, Gewicht, Feingehalt und oft eine Seriennummer. Goldmünzen werden von staatlichen Prägestätten ausgegeben und haben einen Nennwert. Damit sind sie im Ausgabeland gesetzliches Zahlungsmittel, auch wenn der Goldwert weit über dem Nennwert liegt.

Für den Wert zählt bei beiden in erster Linie der Feingoldgehalt. Der Preis, den Sie zahlen, setzt sich aus dem Goldwert und einem Aufgeld zusammen. Dieses Aufgeld ist der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Formen.

Aufgeld: Warum kleine Einheiten teurer sind

Herstellung, Prüfung, Verpackung und Vertrieb kosten bei einem 1-Gramm-Barren fast so viel wie bei einem 100-Gramm-Barren. Je kleiner die Einheit, desto höher ist deshalb das Aufgeld je Gramm Gold. Große Barren haben in der Regel das geringste Aufgeld.

Münzen sind aufwendiger zu prägen und haben meist ein etwas höheres Aufgeld als Barren mit gleichem Goldgehalt. Bei kleinen Münzen wie Zehntelunzen ist der Unterschied besonders groß. Wie hoch das Aufgeld konkret ausfällt, hängt vom Händler, vom Produkt und von der Marktlage ab. In Zeiten hoher Nachfrage steigt es oft spürbar.

Stückelung und Flexibilität

Ein großer Barren ist günstig im Einkauf, lässt sich aber nur als Ganzes verkaufen. Wer später einen Teil seines Goldes verkaufen möchte, ist mit mehreren kleineren Einheiten flexibler. Viele Käufer kombinieren deshalb größere Barren mit einigen Münzen oder kleineren Barren.

Im Großhandel wird Gold in Good-Delivery-Barren der London Bullion Market Association gehandelt. Ein solcher Barren enthält zwischen 350 und 430 Feinunzen Gold, meist rund 400 Unzen. Für Privatkäufer sind diese Barren unüblich. Gängig sind Größen von 1 g bis 1 kg sowie Münzen zu 1 Unze und Teilstücken.

Wiederverkauf

Bekannte Anlagemünzen wie Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker kennen Händler weltweit. Sie lassen sich in der Regel ohne aufwendige Prüfung verkaufen. Dasselbe gilt für Barren bekannter Hersteller, die auf der Good-Delivery-Liste der LBMA stehen.

Barren unbekannter Herkunft, beschädigte Verpackungen oder fehlende Zertifikate können den Verkauf erschweren. Manche Händler prüfen solche Stücke zusätzlich oder zahlen weniger. Bewahren Sie Rechnungen und Zertifikate deshalb auf. Sie helfen auch beim Nachweis der Haltefrist gegenüber dem Finanzamt.

Steuern: Was für beide gilt

Goldbarren ab 995 Tausendsteln und Goldmünzen, die die Bedingungen des § 25c UStG erfüllen, sind von der Umsatzsteuer befreit. Bei Münzen gehört dazu, dass ihr üblicher Preis den Goldwert um nicht mehr als 80 % übersteigt. Sammlermünzen mit hohem Zuschlag fallen deshalb unter Umständen nicht darunter.

Beim Verkauf aus dem Privatvermögen behandelt das Einkommensteuerrecht Barren und Münzen gleich. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr ist der Gewinn steuerfrei.

Geprägte oder gegossene Barren?

Kleinere Barren werden meist aus einem Goldband gestanzt und anschließend geprägt. Sie haben glatte Flächen, scharfe Kanten und werden häufig in einer versiegelten Kunststoffkarte mit Zertifikat geliefert. Größere Barren werden oft gegossen. Ihre Oberfläche ist unregelmäßiger, am Goldgehalt ändert das nichts.

Für den Wiederverkauf ist wichtig, dass Hersteller, Gewicht, Feingehalt und gegebenenfalls Seriennummer gut lesbar sind. Öffnen Sie versiegelte Verpackungen nicht ohne Grund. Manche Händler zahlen für Barren in unbeschädigter Originalverpackung einen besseren Preis oder verzichten auf eine zusätzliche Prüfung.

Häufige Fragen

Sind Goldmünzen teurer als Goldbarren?

Bei gleichem Goldgehalt ist das Aufgeld von Münzen meist etwas höher. Bei kleinen Stückelungen ist der Unterschied größer.

Welche Barrengröße ist sinnvoll?

Das hängt vom Betrag und vom Wunsch nach Flexibilität ab. Größere Barren haben ein geringeres Aufgeld, kleinere lassen sich einzeln verkaufen.

Sind Goldmünzen gesetzliches Zahlungsmittel?

Anlagemünzen haben einen Nennwert und sind im Ausgabeland gesetzliches Zahlungsmittel. Ihr Goldwert liegt jedoch weit über dem Nennwert.

Was ist ein Good-Delivery-Barren?

Ein Barren nach dem Standard der LBMA für den Großhandel. Bei Gold enthält er 350 bis 430 Feinunzen mit mindestens 995 Tausendsteln Feingehalt.

Passende Artikel im Blog

Physisches Gold ab 5 € besitzen

Mit Spargold kaufen Sie per App Anteile an echten Gold- und Silberbarren, versichert gelagert in Singapur.

Download on the App StoreGet it on Google Play