
40.000.000.000.000 Dollar.
So hoch ist die amerikanische Staatsverschuldung inzwischen.
Vierzig Billionen Dollar.
Und einer der bekanntesten Makroinvestoren der Welt sagt:
Das Problem könnte wesentlich schneller eskalieren, als viele glauben.
Ray Dalio erwartet eine globale Schuldenkrise:
Irgendwann innerhalb der kommenden zwei Jahre. Yahoo Finanzen
Solche Prognosen sollte man niemals mit Gewissheiten verwechseln.
Auch Ray Dalio kann sich irren.
Aber die Zahlen hinter seiner Warnung verdienen Aufmerksamkeit.
Am 18. August 2026 überschritt die gesamte amerikanische Staatsverschuldung erstmals:
Davon befinden sich rund:
32,3 Billionen Dollar
in Händen der Öffentlichkeit.
Der Rest sind Forderungen innerhalb des amerikanischen Staatssystems. Reuters
Das ist wichtig.
Denn der Staat muss nicht nur neue Defizite finanzieren.
Er muss gleichzeitig bestehende Schulden refinanzieren.
Und genau jetzt verändert sich der Preis dieses Geldes.
So hoch rentieren zehnjährige US-Staatsanleihen aktuell.
30-jährige Treasuries:
mehr als 5,6 Prozent.
Das klingt zunächst hervorragend für einen Käufer.
Mehr Zins.
Mehr Rendite.
Doch für den Schuldner sieht dieselbe Zahl vollkommen anders aus.
Und der Schuldner heißt:
Nach Projektionen des Congressional Budget Office betragen die Nettozinsausgaben 2026 ungefähr:
Bis 2036 könnten daraus werden:
Dann würden allein die Nettozinsen ungefähr:
4,6 % des gesamten amerikanischen BIP
beanspruchen. Congressional Budget Office
Und genau hier beginnt Dalios Argument.
Nehmen wir eine Staatsanleihe.
Sie wurde vor Jahren ausgegeben.
Vielleicht zu:
1 Prozent.
Dann läuft sie aus.
Der Staat zahlt sie zurück.
Aber woher kommt das Geld?
Bei einem dauerhaft defizitären Staat häufig durch:
Nur kostet diese neue Anleihe heute vielleicht:
5 Prozent.
Der Schuldenbetrag muss deshalb nicht einmal wesentlich steigen, damit die Zinsrechnung größer wird.
Alte billige Schulden werden nach und nach durch:
ersetzt.
Das Congressional Budget Office erwartet für 2026:
7,4 Billionen Dollar Ausgaben
gegenüber:
5,6 Billionen Dollar Einnahmen.
Differenz:
Und das Problem verschwindet laut CBO nicht.
Bis 2036 soll das jährliche Defizit im Basisszenario auf:
3,1 Billionen Dollar
steigen. Congressional Budget Office
Das bedeutet:
Die USA müssen gleichzeitig
alte Schulden refinanzieren
und
neue Schulden aufnehmen.
Ein Staat kann theoretisch sehr viele Anleihen anbieten.
Aber:
Und Käufer stellen eine ziemlich einfache Frage:
Welchen Zins bekomme ich für mein Risiko?
Lange Zeit war diese Frage für die USA kaum problematisch.
US-Treasuries galten als:
sicher,
liquide,
global verfügbar,
Reserveanlage Nummer eins.
Das gilt grundsätzlich weiterhin.
Aber die Käuferstruktur verändert sich.
Nach offiziellen Treasury-Daten hielt China im Juli:
618 Milliarden Dollar
US-Staatsanleihen.
Ein Jahr zuvor waren es knapp:
696 Milliarden Dollar.
Japan bleibt mit:
1,104 Billionen Dollar
der größte einzelne ausländische Halter.
Auch dort waren die Bestände zuletzt rückläufig. U.S. Department of the Treasury
Aber Vorsicht:
Daraus folgt nicht, dass das Ausland amerikanische Staatsanleihen insgesamt meidet.
Großbritannien beispielsweise hat seine Position stark erhöht und lag im Juli bei fast:
1 Billion Dollar.
Genau deshalb wäre die Aussage:
„Niemand will amerikanische Schulden mehr“
falsch.
Das Problem ist subtiler.
Und genau deshalb ist die Entwicklung der Renditen so wichtig.
Die amerikanische Regierung bekommt weiterhin Geld.
Unmengen sogar.
Aber Investoren verlangen inzwischen:
Reuters berichtet heute über steigende Volatilität und wachsende Risikoprämien am US-Anleihemarkt.
10 Jahre:
5,23 %.
30 Jahre:
5,61 %. Reuters
Das ist noch keine Schuldenkrise.
Aber es ist ein Signal.
Genau das kann niemand seriös beantworten.
Ray Dalio sagt:
innerhalb von etwa zwei Jahren.
Vielleicht hat er recht.
Vielleicht nicht.
Eine Schuldenkrise muss außerdem nicht so aussehen, wie viele sie sich vorstellen.
Ein Staat wie die USA, der sich in seiner eigenen Währung verschuldet, besitzt Möglichkeiten, die ein privater Schuldner nicht hat.
Die Zentralbank kann:
Liquidität bereitstellen.
Anleihen kaufen.
Zinsen beeinflussen.
Und damit verändert sich das Problem.
Vereinfacht entstehen bei zu vielen Schulden zwei Möglichkeiten.
Dann wird Schuldendienst immer teurer.
Der Staat muss sparen,
Steuern erhöhen,
mehr Schulden aufnehmen
oder eine Kombination daraus wählen.
Dann kann sie Schuldtitel kaufen und Liquidität schaffen.
Damit sinkt das unmittelbare Refinanzierungsproblem.
Aber möglicherweise steigt ein anderes Risiko:
Und genau deshalb wird Gold für Dalio interessant.
Beim Greenwich Economic Forum erklärte Dalio aktuell:
Er positioniert sich gegen Schuldtitel.
Gleichzeitig betrachtet er Gold als wichtigen Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. Yahoo Finanzen
Seine Größenordnung:
Nicht 50 Prozent.
Nicht alles.
Nicht:
„Verkauft Aktien und Anleihen.“
Sondern:
Diversifikation.
Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Dalios Argument ist bemerkenswert einfach.
Eine Anleihe ist:
Für jeden Dollar Schuld existiert auf der anderen Seite:
ein Vermögenswert.
Ein Zahlungsversprechen.
Gold funktioniert anders.
Damit besitzt es kein klassisches Emittentenrisiko.
Niemand muss Ihnen in zehn Jahren den Goldbarren zurückzahlen.
Er existiert bereits.
Das macht ihn nicht risikolos.
Sein Preis kann erheblich schwanken.
Er zahlt keine Zinsen.
Seine Verwahrung kostet Geld.
Aber strukturell unterscheidet er sich fundamental von Schuldtiteln.
Interessanterweise tut er genau das.
Nach eigener Aussage ungefähr:
Er erkennt Bitcoin als eine Form von Geld an, die nicht beliebig vermehrt werden kann.
Aber:
Er bevorzugt für diesen Zweck Gold. Benzinga
Das ist bemerkenswert.
Denn damit trennt Dalio offenbar zwischen:
technologischem Knappheitsversprechen
und
physischem Vermögenswert.
An dieser Stelle wird die Geschichte für Spargold besonders interessant.
Dalio denkt nicht nur über:
nach.
Sondern auch über:
Welche Länder besitzen Überschüsse?
Welche sind auf ausländisches Kapital angewiesen?
Welche innovieren?
Welche besitzen stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen?
Zwei Länder hebt er aktuell ausdrücklich hervor:
und:
Dalio zählt Singapur zu den Ländern mit Kapitalüberschüssen.
Solche Staaten sind weniger darauf angewiesen, dass das Ausland ihnen ständig neues Geld leiht.
In einer Welt mit:
steigenden Staatsschulden,
geopolitischen Spannungen,
Kapitalverschiebungen
und höherem Refinanzierungsbedarf
ist das ein struktureller Vorteil.
Und genau deshalb ist geografische Diversifikation etwas anderes als ein exotischer Zusatz.
Sie kann Bestandteil einer Vermögensstrategie sein.
Spargold ist ein deutsches Unternehmen.
Unsere Kunden können physisches Gold und Silber digital erwerben.
Die Edelmetalle selbst werden jedoch:
professionell verwahrt.
Das ist kein Zufall.
Denn Diversifikation kann auf mehreren Ebenen stattfinden:
Vermögenswert: Gold statt ausschließlich Forderungen.
Währung: physischer Vermögenswert statt ausschließlich Euro oder Dollar.
Geografie: Verwahrung außerhalb des heimischen Finanzsystems.
Diese drei Ebenen werden häufig vermischt.
Dabei sind sie vollkommen unterschiedliche Entscheidungen.
Das ist eine wichtige Korrektur.
Während er nominale Schuldtitel kritisch sieht, spricht er positiv über:
Warum?
Weil deren Rückzahlung beziehungsweise Kapitalwert an die Inflation gekoppelt ist.
Der reale Wert eines klassischen Zahlungsversprechens kann durch Inflation erodieren.
Ein inflationsindexierter Titel versucht genau dieses Risiko teilweise auszugleichen. CEOInterviews.AI
Das zeigt:
Dalios Position ist differenzierter als:
„Raus aus Bonds, rein in Gold.“
Niemand weiß, ob die USA innerhalb von zwei Jahren eine Schuldenkrise erleben.
Auch Ray Dalio nicht.
Das Entscheidende ist etwas anderes.
Wenn ein Portfolio nur funktioniert, wenn:
der Dollar stabil bleibt,
Staatsanleihen stabil bleiben,
die Zinsen fallen,
Aktien steigen
und das heimische Finanzsystem störungsfrei funktioniert,
dann besitzt man möglicherweise:
Sondern verschiedene Vermögenswerte, die vom gleichen System abhängen.
Sie erzählen eine Geschichte darüber, wie unser modernes Finanzsystem aufgebaut ist.
Der eine besitzt Schulden.
Der andere besitzt die Forderung darauf.
Staaten geben Anleihen aus.
Banken halten sie.
Fonds halten sie.
Versicherungen halten sie.
Zentralbanken halten sie.
Und Anleger halten sie.
Das funktioniert hervorragend.
Solange genügend Vertrauen vorhanden ist.
Nicht besser für jeden Zweck.
Aber anders.
Es gibt keinen Kupon.
Keine Laufzeit.
Keinen Schuldner.
Kein Versprechen, das erfüllt werden muss.
Und vielleicht ist genau deshalb nicht Dalios Krisenprognose die interessanteste Aussage.
Sondern seine Konsequenz daraus:
Gold.
Inflationsindexierte Anleihen.
Aktien.
Geografische Diversifikation.
Etwas Bitcoin.
Unterschiedliche Staaten.
Unterschiedliche Systeme.
Das ist keine Untergangswette.
Das ist:
Und genau deshalb sollte man sich vielleicht weniger fragen:
„Hat Ray Dalio mit seinen zwei Jahren recht?“
Sondern:
Und unmittelbar danach:
Eine robuste Vermögensstruktur sollte idealerweise mit beiden Antworten leben können.
Bleiben Sie weitsichtig.
Ihr
Helge Peter Ippensen