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Gold und Silber im „Crash“: Was ich als Anleger hinter den Kulissen sehe – und wie ich die Volatilität einordne

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Helge Ippensen
5. Februar 2026
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Gold und Silber im „Crash“: Was ich als Anleger hinter den Kulissen sehe – und wie ich die Volatilität einordne

Am Morgen des 04.02.2026 stand bei mir nicht die Frage im Vordergrund, ob Gold „noch sicher“ ist, sondern warum sich ein traditioneller Wertspeicher plötzlich wie ein Hochgeschwindigkeitsmarkt anfühlt. Gold notierte bei rund 5.067 US-Dollar je Feinunze, etwa 122 US-Dollar beziehungsweise rund 2,5 % höher als am Vortag. Gleichzeitig war der Wochenstart noch von einem Tief um 4.402 US-Dollar geprägt.

Wer so etwas im Depot erlebt, merkt schnell: Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Zahl auf dem Bildschirm, sondern die Einordnung. Denn Gold und Silber bewegen sich kurzfristig nicht nur wegen „Fundamentaldaten“, sondern wegen Marktmechanik, Liquidität und Erwartungen an Zinsen und Dollar.

Warum sich Edelmetalle gerade so „modern“ anfühlen

Ich habe Gold nicht, weil ich damit kurzfristige Kurssprünge handeln will, sondern weil es im Portfolio eine Rolle als Gegenpol spielen kann. Genau deshalb irritiert es, wenn Gold und Silber in wenigen Tagen stark ausschlagen. Der Grund ist in meiner Wahrnehmung oft weniger ein plötzlicher Wertverlust, sondern ein Wechsel der Spielregeln im Markt.

In den vergangenen Tagen kamen mehrere Faktoren zusammen. Reuters berichtet, dass die CME Group die Margin-Anforderungen für Edelmetall-Futures angehoben hat. Das klingt technisch, ist aber in Stressphasen extrem praktisch: Wenn Sicherheiten steigen, müssen Positionen reduziert werden – und das passiert häufig unabhängig davon, wie überzeugt jemand langfristig von Gold oder Silber ist.

Hinzu kommen Erwartungen an die US-Geldpolitik. Wenn Marktteilnehmer glauben, dass die Zinsen anders verlaufen als gedacht, reagiert Gold schnell, weil sich Opportunitätskosten und Dollarbewegungen verschieben. Genau in diesem Zusammenspiel entsteht Volatilität, die viele eher aus Tech-Aktien oder Krypto kennen.

Silber verstärkt das Gefühl – weil es oft stärker ausschlägt

Silber ist für mich in solchen Phasen der „Verstärker“. Am 04.02.2026 lag Silber bei rund 87,90 US-Dollar je Feinunze; ein Kursniveau, das nach den jüngsten Ausschlägen zeigt, wie nervös der Markt gerade ist.

Das ist kein Qualitätsurteil über Silber, sondern eine Erinnerung daran, dass Silber als Markt häufig dünner ist und stärker auf Positionierung, Liquidität und kurzfristige Trades reagiert. Wer Silber im Portfolio hat, muss emotional mehr aushalten – und strukturell sauberer planen.

Was ich als Anleger in solchen Tagen konkret prüfe

Wenn es im Markt kracht, ertappe ich mich wie viele dabei, die Tagesbewegung zu überinterpretieren. Genau dann zwinge ich mich zur Perspektive: Es macht einen Unterschied, ob sich mein langfristiger Grund für Edelmetalle verändert hat, oder ob der Terminmarkt kurzfristig den Ton angibt. In dieser Woche sah ich vor allem Mechanik.

Eine Einordnung wird leichter, wenn man die wichtigsten Fixpunkte einmal nebeneinanderstellt:

 
 
Zeitpunkt (Stand) Gold (USD/oz) Silber (USD/oz) Was ich als Anleger daraus lese
Wochenstart, intraday Tief (Anfang Woche) ca. 4.402 ca. 78 Der Markt war im „De-Risking“-Modus: Liquidität dünn, Positionen werden abgebaut, Bewegungen werden technischer als fundamental.
03.02.2026 (Schluss/Intraday-Stand) 4.906,82 83,23 Der Rebound zeigt: Nach dem Schock kommen Käufer zurück, oft getrieben von Short-Covering und „Bargain Hunting“ – keine Entwarnung, aber ein Zeichen für Stabilisierung.
04.02.2026 morgens ca. 5.067 ca. 87,90 Zurück über psychologisch wichtigen Marken heißt nicht „Trend gerettet“. Es heißt: Nervosität bleibt, aber der Markt findet wieder zweiseitige Liquidität.

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