Am 29. Oktober 2026 trifft die Europäische Zentralbank ihre nächste Zinsentscheidung — und für Anleger, die in Euro an Gold denken, ist dieser EZB Zinsentscheid mindestens so wichtig wie jeder Fed-Entscheid. Denn der Goldpreis in Euro hängt direkt am Wechselkurs: Ein stärkerer Euro durch höhere EZB-Zinsen drückt den EUR-Goldpreis, ein schwächerer Euro durch Zins-Pause hebt ihn. Die EZB hat den Einlagensatz zuletzt im September auf 2,50 Prozent angehoben — die Inflation im Euroraum liegt bei 3,2 Prozent, klar über dem Zwei-Prozent-Ziel.
Am zehnten September 2026 hat die EZB alle drei Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Einlagensatz steht seitdem bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Die EZB folgt damit einem Kurs, der dem der Fed ähnelt: Hartnäckige Inflation, die trotz vorangegangener Erhöhungen über dem Ziel liegt, zwingt zur Fortsetzung des Straffungszyklus.
Die Inflation im Euroraum lag im August 2026 laut Endwert bei 3,2 Prozent (Headline), die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel bei 2,4 Prozent. Das EZB-Ziel liegt bei 2,0 Prozent — die Lücke beträgt noch mehr als einen Prozentpunkt. Die eigene EZB-Prognose rechnet für den Jahresdurchschnitt 2026 mit 3,0 Prozent Inflation, das Wachstum des Euroraums wird auf lediglich 0,9 Prozent geschätzt. Eine Stagflation — hohes Preisniveau bei niedrigem Wachstum — ist das Szenario, in dem Notenbanken am wenigsten Handlungsspielraum haben.
Gold wird weltweit in US-Dollar gehandelt — aber wer in Deutschland Gold kauft oder verkauft, denkt in Euro. Deshalb ist der EUR/USD-Wechselkurs entscheidend. Der Mechanismus:
Für EUR-Goldkäufer ist eine EZB-Pause also tendenziell positiv, eine weitere Erhöhung eher neutral bis leicht negativ — je nachdem wie stark der Euro reagiert. Der USD-Goldpreis folgt seiner eigenen Logik, getrieben von der Fed und dem globalen Risikosentiment.
Die Frage, ob die EZB am 29. Oktober erneut erhöht oder pausiert, ist offen. Die Datenlage liefert Argumente für beide Seiten:
Der Zinsentscheid wird am 29. Oktober um 14:15 Uhr MEZ bekannt gegeben, die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde beginnt um 14:45 Uhr. Pressekonferenzen sind oft wichtiger als der Entscheid selbst — die Kommunikation über künftige Schritte bewegt die Märkte stärker als das, was bereits erwartet wurde.
Kurzfristig: Der 29. Oktober ist ein Volatilitätstag. EUR/USD kann sich nach der EZB-Entscheidung schnell um ein bis zwei Prozent bewegen — das überträgt sich direkt auf den EUR-Goldpreis. Wer in der Woche rund um den Entscheid kauft oder verkauft, sollte das einkalkulieren.
Mittelfristig: Für langfristige Goldsparplananleger ist ein einzelner EZB-Entscheid weniger relevant als der übergeordnete Trend. Solange die Inflation im Euroraum über dem EZB-Ziel liegt und das Wachstum schwach bleibt, ist das strukturelle Argument für Gold als Kaufkraftschutz intakt.
Zum Zusammenhang zwischen Zinsen und Gold: US-Inflation fällt: Goldpreis startet Oktober mit Plus. Zur längerfristigen Goldpreis-Perspektive: Goldpreis-Prognose der Banken: Warum Experten trotz Korrektur zuversichtlich sind.
Der nächste EZB-Zinsentscheid findet am 29. Oktober 2026 statt. Die Bekanntgabe erfolgt um 14:15 Uhr MEZ, die Pressekonferenz beginnt um 14:45 Uhr MEZ.
Seit dem sechzehnten September 2026 liegt der EZB-Einlagensatz bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Die EZB hat seit 2022 eine Reihe von Zinserhöhungen vorgenommen, um die Inflation zu bekämpfen.
Gold wird in US-Dollar gehandelt. Der EUR-Goldpreis ist also das Produkt aus USD-Goldpreis und EUR/USD-Kurs. EZB-Zinsentscheidungen beeinflussen den Euro-Kurs direkt — und damit den Preis, den Anleger in Deutschland für eine Unze Gold zahlen. Eine stärkere EZB bedeutet tendenziell günstigeres Gold in Euro, eine schwächere EZB teuereres.
Das ist zum aktuellen Stand offen. Die Inflation liegt mit 3,2 Prozent über dem Ziel — das spricht für eine Erhöhung. Das schwache Wachstum der Eurozone von unter einem Prozent und die Stagnation im ersten Quartal 2026 sprechen dagegen. Die EZB-Pressekonferenz am 29. Oktober wird zeigen, wie die EZB die Balance zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsrisiken bewertet.
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