Nach einem historisch explosiven Start in das neue Jahr atmen die Finanzmärkte kurz durch. Der Silberpreis notiert aktuell bei 90,89 US-Dollar (ca. 78,28 Euro). Das entspricht einer leichten Konsolidierung von etwa 1,5 % gegenüber dem Vortag.
Viele Anleger fragen sich nun: Ist die Rallye vorbei? Die Antwort der fundamentalen Daten ist ein klares "Nein". Was wir sehen, ist eine klassische Gewinnmitnahme nach einem parabolischen Anstieg. Die strukturellen Probleme, die den Preis getrieben haben – insbesondere der seit dem 1. Januar geltende Exportstopp aus China – sind nicht gelöst. Im Gegenteil: Sie fangen gerade erst an, die Lieferketten physisch zu treffen.
Dass Silber überhaupt bei über 90 Dollar notiert, wäre noch vor zwei Jahren als Fantasterei abgetan worden. Doch die Realität hat die Skeptiker eingeholt. Der Markt befindet sich in einem Zustand, den das renommierte Silver Institute bereits Mitte des Jahrzehnts als "strukturelles Defizit" bezeichnete. Was damals statistische Warnungen waren, ist heute industrielle Realität: Es ist schlicht zu wenig Metall verfügbar.
Um zu verstehen, warum ein Kurs von 90 Dollar nicht "teuer", sondern die neue Normalität ist, lohnt ein Blick auf die Preisentwicklung und die jeweiligen Treiber der letzten Jahre. Die Tabelle zeigt, wie sich Silber vom Spielball der Spekulanten zum unverzichtbaren Industriemetall gewandelt hat:
| Jahr | Ø Kurs (USD) | Marktphase & Treiber |
|---|---|---|
| 2018 | 15,71 $ | Bodenbildung: Starker US-Dollar und Desinteresse der Anleger halten Preise tief. |
| 2019 | 16,21 $ | Fed-Pivot: Die US-Notenbank beendet Zinserhöhungen, erste Erholung. |
| 2020 | 20,55 $ | Corona & Geldflut: Nach dem März-Crash treiben Stimulus-Pakete den Preis. |
| 2021 | 25,14 $ | Green Deal: Photovoltaik-Nachfrage steigt massiv an, erstes Defizit zeichnet sich ab. |
| 2022 | 21,73 $ | Zinsschock: Aggressive Zinsanhebungen der Fed drücken kurzfristig auf Edelmetalle. |
| 2023 | 23,35 $ | Bankenkrise: Unsicherheit (z.B. SVB-Pleite) bringt Volatilität zurück. |
| 2024 | 28,50 $ | Ausbruch: Silber durchbricht wichtige Widerstände, getrieben durch KI-Hardware-Bedarf. |
| 2025 | 55,00 $ | Die Wende: Silber überholt Apple beim Market Cap; massive Industriekäufe. |
| Jan. 2026 | 90,89 $ | China-Schock: Exportstopp legt westliche Lagerbestände trocken. |
Der entscheidende Faktor im Januar 2026 ist die neue Handelspolitik Pekings. China ist nicht nur ein großer Produzent, sondern kontrollierte bis vor Kurzem einen signifikanten Teil der globalen Raffinerie-Kapazitäten für hochreines Industriesilber.
Michael DiRienzo vom Silver Institute warnte bereits in der Vergangenheit davor, dass die Minenproduktion stagniert. Nun trifft diese Stagnation auf eine künstliche Verknappung. Marktberichten zufolge versuchen Tech-Giganten wie Tesla und Samsung aktuell, ihre Bestände direkt über die Shanghai Gold Exchange (SGE) zu sichern – zu Preisen, die weit über dem westlichen Spot-Markt liegen.
"Wir sehen hier keine Blase. Wir sehen eine Preisanpassung an die physische Realität. Wenn China den Hahn zudreht, muss der Preis steigen, um neues Angebot aus dem Recycling zu mobilisieren."
Technische Analysten sehen im Bereich von 88 bis 90 Dollar eine extrem starke Unterstützungszone. Hält diese Marke, gilt der Weg zur psychologisch wichtigen 100-US-Dollar-Grenze als geebnet. Banken wie Goldman Sachs haben ihre Prognosen aufgrund der geopolitischen Lage für Q2 2026 bereits nach oben korrigiert.
Die Konsolidierung heute ist für strategische Anleger eher eine Chance als ein Warnsignal. Während der Papiermarkt (Futures, Derivate) nervös auf jede Nachricht reagiert, bleibt die physische Knappheit bestehen.
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Bleiben Sie weitsichtig
Ihr Nils Gregersen
