Der 26. Januar 2026 wird als „Silver Monday“ in die Geschichtsbücher eingehen. Was wir in den letzten 24 Stunden erlebt haben, war keine normale Marktbewegung mehr, sondern eine fundamentale Neubewertung eines zu lange unterschätzten Assets. Die psychologische Mauer von 100 US-Dollar wurde nicht einfach durchbrochen – sie wurde pulverisiert.
Im Hochlauf des gestrigen Handels kratzte der Silberpreis mit $117,74 fast an der 120 US-Dollar-Marke. Auch wenn wir heute Morgen, am 27. Januar, eine leichte technische Gegenbewegung auf rund 111,90 USD (ca. 94,24 EUR) sehen, ist die Botschaft des Marktes eindeutig: Das Zeitalter des billigen Silbers ist vorbei.
Um die Dramatik dieses Preissprungs zu verstehen, muss man den Blick über den Atlantik hinaus werfen. Die Rallye begann nicht an der Wall Street, sondern in den frühen Morgenstunden in Asien.
Marktberichte aus Tokio und Seoul deuten darauf hin, dass große Industriekonglomerate (von Elektronikriesen bis zu Batterieherstellern) begonnen haben, den physischen Markt leerzukaufen. Die Angst vor Produktionsstopps aufgrund fehlenden Silbers sitzt tief. In Japan und Südkorea wurden Prämien gezahlt, die weit über dem Spot-Preis lagen, nur um physische Ware zu sichern. Silber ist dort nicht mehr Spekulationsobjekt, sondern überlebenswichtige Ressource.
An der Shanghai Gold Exchange (SGE) setzte sich der Trend der letzten Wochen fort. Durch die Exportbeschränkungen Chinas bleibt das Metall im Land, was den Preis dort stabil hoch hält. Der Arbitrage-Handel ist fast zum Erliegen gekommen, da kaum noch Silber aus dem Westen nachgeliefert werden kann.
Als die Börsen in London (LBMA) und später New York (COMEX) öffneten, trafen die Leerverkäufer auf eine Wand aus Käufern. Der Versuch, den Preis zu drücken, scheiterte kläglich. Stattdessen sahen wir massive Eindeckungskäufe (Short Squeeze), die den Kurs vertikal nach oben trieben.
Ein Blick auf die aktuelle Performance-Tabelle zeigt das Ausmaß der Bewegung. Innerhalb eines Jahres hat sich der Wert von Silber in US-Dollar mehr als verdreifacht.
| Zeitraum | Wert USD | % USD | Wert EUR | % EUR |
|---|---|---|---|---|
| seit 01.01.2026 | +39,45 USD | +55,50 % | +32,61 EUR | +53,89 % |
| 30 Tage | +31,28 USD | +39,47 % | +25,76 EUR | +38,24 % |
| 6 Monate | +72,36 USD | +189,57 % | +60,61 EUR | +186,44 % |
| 1 Jahr | +80,33 USD | +265,99 % | +64,31 EUR | +223,22 % |
| 5 Jahre | +85,04 USD | +333,62 % | +72,16 EUR | +344,28 % |
| 10 Jahre | +96,02 USD | +661,75 % | +79,77 EUR | +597,53 % |
Analysten sind sich einig: Wir erleben gerade eine „Re-Monetarisierung“ von Silber bei gleichzeitiger industrieller Panik. „Der Markt realisiert endlich, dass Silber geologisch zu selten ist für den aktuellen Preis“, kommentieren Strategen den Anstieg.
Während Gold oft als reiner Währungsschutz gesehen wird, hat Silber eine Doppelrolle. Es ist Geld und der wichtigste Rohstoff der digitalen Ära. Die Kombination aus Chinas Exportstopp, der Nachfrage aus der KI-Chip-Produktion und der Flucht aus Fiat-Währungen hat ein explosives Gemisch erzeugt.
Einige Experten warnen zwar vor kurzfristiger Volatilität – Rücksetzer von 10 oder 20 Dollar sind bei diesen Höhen normal –, doch das langfristige Ziel vieler Banken wurde bereits auf 150 bis 200 US-Dollar angehoben.
Die Ereignisse vom 26. Januar zeigen, wie schnell sich Märkte drehen können. Wer auf „Papier-Silber“ setzte, hatte gestern teilweise Probleme, seine Positionen glattzustellen oder physisch ausliefern zu lassen. In Zeiten extremer Marktverwerfungen zählt nur das Eigentum.
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Bleiben Sie weitsichtig
Ihr Nils Gregersen
