In der Geschichte kam es immer wieder vor, dass der Staat Privatpersonen den Handel und Besitz von Gold verboten, diesen beschränkt oder sanktioniert hat. Angesichts globaler Krisen warnen Ökonomen erneut vor einem möglichen Goldverbot. Doch ist ein solches Szenario heute wirklich realistisch und wie können sich Anleger effektiv schützen?
Was bedeutet ein Goldverbot eigentlich?
Der Begriff "Goldverbot" wird oft als Schreckgespenst genutzt, doch die konkrete Ausgestaltung kann variieren. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Härten:
- Besitzverbot & Konfiszierung: Privatpersonen werden gesetzlich verpflichtet, ihr Anlagegold (Barren und Münzen) an den Staat zu übergeben. Im Gegenzug erhalten sie eine Kompensation in Papierwährung zu einem staatlich festgelegten (oft künstlich niedrigen) Kurs. Schmuck und Sammlermünzen (Numismatik) sind hiervon meist ausgenommen.
- Handelsverbot: Der Besitz bleibt legal, aber der private Handel wird untersagt. Händler dürfen kein Gold mehr an Privatpersonen verkaufen oder von ihnen ankaufen. Dies trocknet den Markt aus.
Historische Goldverbote: Ein Blick zurück
Goldverbote sind keine Erfindung moderner Verschwörungstheoretiker, sondern historische Fakten. Sie traten nicht nur in totalitären Regimen auf, sondern auch in etablierten Demokratien. Das Ziel war fast immer dasselbe: Die Kontrolle über die Währung zu behalten und Kapitalflucht zu verhindern.
Die USA und der „Emergency Banking Act“ (1933)
Das wohl berühmteste Beispiel ist die Executive Order 6102 von US-Präsident Franklin D. Roosevelt. Mitten in der Großen Depression mussten US-Bürger ihr Gold innerhalb von 14 Tagen für 20,67 Dollar pro Unze beim Staat abliefern. Kurz darauf wertete der Staat den Dollar ab und hob den Goldpreis für internationale Transaktionen auf 35 Dollar an – ein massiver Gewinn für die Staatskasse auf Kosten der Sparer. Das Verbot hielt bis 1974 an.
Deutschland und Europa
In der Weimarer Republik wurde der Goldbesitz bereits 1923 eingeschränkt, um die Hyperinflation zu bekämpfen. Im nationalsozialistischen Deutschland wurde der private Goldbesitz und Handel massiv kriminalisiert. „Devisenschutzkommandos“ beschlagnahmten Edelmetalle. Auch Großbritannien verbot 1966 den Besitz von mehr als vier Goldmünzen, um das britische Pfund zu stützen.
| Land | Zeitraum | Hintergrund & Maßnahmen |
|---|---|---|
| Deutschland (Weimar) | ab 1923 | Kampf gegen Hyperinflation; Zwangsumtausch von Devisen und Edelmetallen. |
| USA | 1933 – 1974 | Executive Order 6102. Verbot von privatem Goldbesitz (außer Schmuck) zur Stabilisierung des Dollars. |
| Australien | 1959 – 1976 | Banking Act Part IV. Bürger mussten Gold gegen Papiergeld tauschen, um die Landeswährung zu schützen. |
| Großbritannien | 1966 – 1979 | Exchange Control Act. Verbot des Besitzes von mehr als 4 Goldmünzen zur Stützung des Pfunds. |
| Indien | 1963 – 1990 | Gold Control Act. Strenge Regulierung des Besitzes und Handels zur Kontrolle des Außenhandelsdefizits. |
Szenarien: Wann könnte ein neues Goldverbot kommen?
Historisch gesehen dienten Goldverbote der Sanierung maroder Staatsfinanzen. Heute stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen. Welche Szenarien könnten einen solchen drastischen Schritt auslösen?
- Schuldenfalle & Währungskollaps (Euro/USD): Wenn das Vertrauen in Fiat-Währungen kollabiert, flüchten Menschen in Sachwerte. Um diese Kapitalflucht zu stoppen, könnte der Staat den "Notausgang Gold" verschließen.
- Einführung von digitalem Zentralbankgeld (CBDC): Digitale Währungen ermöglichen totale Überwachung. Gold ist als anonymes Zahlungsmittel der natürliche Konkurrent dieses Systems und könnte illegalisiert werden, um die CBDC-Nutzung zu erzwingen.
- Geopolitische Eskalation: In Kriegszeiten greifen Staaten oft auf das Vermögen ihrer Bürger zu ("Lastenausgleich"), um Rüstungsausgaben zu finanzieren.
Die Falle des Handelsverbots und die Lösung: Geografische Diversifikation
Ein oft übersehenes Risiko ist das reine Handelsverbot für Privatleute (B2C). Wenn Sie Ihr Gold nicht mehr legal verkaufen dürfen und gleichzeitig die Ausfuhr über die Grenze verboten wird, sitzt Ihr Vermögen in der Falle. Lokal sinkt der Wert massiv, da es keine legalen Käufer gibt – es bliebe nur der riskante Schwarzmarkt.
Warum die Lagerung außerhalb der EU sinnvoll ist
Um diesem Szenario zu entgehen, empfehlen Experten eine Strategie der geografischen Diversifikation:
- Lagerung außerhalb der EU: Es ist ratsam, einen signifikanten Teil der Goldbestände außerhalb des direkten Zugriffsraums der EU zu lagern (z.B. in der Schweiz, Liechtenstein oder Singapur). Ein EU-weites Goldverbot oder Kapitalverkehrskontrollen greifen dort nicht unmittelbar. Sollte der Handel in der EU verboten werden, bleibt Ihr Gold im Ausland verkehrsfähig und liquide.
- Zuhause nur der "Handbestand": In den eigenen vier Wänden sollten Sie nur geringe Mengen lagern – quasi als "Notgroschen" für absolute Krisenfälle. Hierfür eignen sich kleine Stückelungen (z.B. 1/10 Unze oder bekannte Anlagemünzen), die im Notfall als Tauschmittel dienen können. Große Mengen zuhause zu lagern birgt nicht nur ein Diebstahlrisiko, sondern macht Sie im Falle eines Verbots bei möglichen Hausdurchsuchungen angreifbar.
Fazit: Gold bleibt der ultimative Notgroschen
Ein Goldverbot ist das "Worst-Case-Szenario". Doch gerade weil Gold dem Zugriff des Staates so schwer zugänglich ist, bleibt es eine der wichtigsten Versicherungen für das Vermögen. Wer physisches Gold besitzt – idealerweise geografisch gestreut –, hält einen Wert außerhalb des Bankensystems.
Auch wenn wir bei Spargold hoffen, dass der Handel immer frei bleibt, zeigt die Geschichte: Vorbereitung ist alles. Die Coronamaßnahmen haben uns gezeigt, wie schnell der Staat in einer Extremsituation die Bürgerrechte massiv einschränken kann und Ausgangsperren, Kontaktverbote und weitere Maßnahmen einführt. Vor dem Hintergrund erscheint auch ein zumindest eingeschränkter Goldhandel nicht ganz abwegig, wobei davon auch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung betroffen wäre.
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Bleiben Sie weitsichtig
Ihr Nils Gregersen
