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Goldpreis bricht ein – Silber rutscht zweistellig: was hinter dem Schocktag steckt

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Helge Ippensen
1. Februar 2026
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Goldpreis bricht ein – Silber rutscht zweistellig: Was hinter dem Schocktag steckt

13 % in Stunden – und plötzlich fühlt sich „sicher“ wieder riskant an

Am 31. Januar 2026 hat der Edelmetallmarkt etwas geliefert, das selbst erfahrene Anleger selten sehen: einen abrupten Stimmungswechsel innerhalb weniger Stunden. Gold fiel zeitweise unter 4.700 US-Dollar je Feinunze, Silber rutschte in der Spitze bis in den Bereich um 74 US-Dollar. Aus einem rekordgetriebenen Momentum wurde ein Abverkauf, der nicht nur mit „Nachrichten“ zu erklären ist, sondern auch mit Marktmechanik: Positionierung, Liquidität und Hebel wirken an solchen Tagen wie ein Verstärker.

Die eigentliche Frage für Anleger lautet damit weniger „Warum ist der Preis gefallen?“, sondern „Warum fiel er so schnell?“ Denn Geschwindigkeit entscheidet darüber, ob ein Rücksetzer als normale Korrektur wahrgenommen wird – oder als Vertrauensschock.

Was ist konkret passiert? Ein Blick auf die Bewegung

In der Spitze waren die Ausschläge historisch: Gold stand wenige Tage zuvor noch auf neuen Rekordniveaus und drehte dann in einen zweistelligen Tagesverlust. Silber reagierte – wie so oft – überproportional: Der Markt ist kleiner, schwankungsanfälliger und stärker von Futures-Positionierung geprägt.

Markt (Termin/Spot-Nähe) Vorherige Rekordzone Tagestief (Intraday) Schluss/Indikation nach dem Rutsch Einordnung
Gold (COMEX, aktiv) knapp über 5.5xx $/oz rund 4.700 $/oz ca. 4.745 $/oz größter Intraday-Rutsch seit den frühen 1980ern
Silber (COMEX, Feb/März) über 110 $/oz rund 74 $/oz ca. 78.29 $/oz einer der stärksten Tage der Historie, extrem volatil

 

Auslöser vs. Verstärker: Warum „eine Meldung“ selten reicht

In vielen Marktphasen genügt ein Trigger, damit eine übervolle Positionierung kippt. Diesmal drehte die Erwartungshaltung, nachdem die Nachfolge-Debatte an der US-Notenbank an Schärfe gewann und Märkte eine straffere Zinsperspektive einpreisten. Parallel zog der US-Dollar an, Renditen stiegen – beides ist klassischer Gegenwind für Gold, weil es keine laufenden Zinsen abwirft und in Dollar bewertet wird.

Entscheidend ist aber der Verstärker dahinter: Wenn viele Marktteilnehmer auf der gleichen Seite stehen, wird der Exit eng. Dann spielen drei Mechanismen zusammen. Erstens Gewinnmitnahmen nach einem außergewöhnlichen Anstieg. Zweitens Risiko-Limits, die in systematischen Strategien automatisch Positionen reduzieren, sobald Volatilität steigt. Drittens Margin Calls: Wenn Sicherheitenanforderungen steigen oder Verluste Hebelpositionen auffressen, müssen Positionen geschlossen werden – unabhängig von der langfristigen Überzeugung.

Gerade Silber ist in dieser Logik besonders empfindlich. Ein großer Teil des Handels läuft über Terminmärkte, während der physische Markt nicht in der gleichen Geschwindigkeit „gegenkaufen“ kann. Das erklärt, warum Silber in Prozent häufig stärker schwingt als Gold – nach oben wie nach unten.

Warum der Rücksetzer trotzdem nicht „das Ende von Gold“ bedeuten muss

So paradox es klingt: Ein heftiger Rücksetzer kann auch bedeuten, dass ein Markt zuvor zu einseitig gelaufen ist. Und das Umfeld bleibt für Edelmetalle grundsätzlich relevant. Das zeigt ein Blick auf die Nachfrage 2025: Der World Gold Council meldet für das Gesamtjahr eine Rekord-Gesamtnachfrage von 5.002 Tonnen. Besonders auffällig ist der Investment-Block: Die Investitionsnachfrage stieg demnach um 84 % auf 2.175 Tonnen. Gleichzeitig litten preissensitive Bereiche wie Schmuck – global minus 18 %.

Kennzahl (WGC, 2025) Wert Veränderung/Kommentar
Gesamtnachfrage 5.002 t Allzeithoch
Investitionsnachfrage 2.175 t +84 % (Rekord)
Zentralbankkäufe ca. 850 t weiterhin hoch, aber unter Vorjahr
Schmucknachfrage Rückgang −18 % global (China −24 %)

 

Diese Zahlen sind wichtig, weil sie zeigen: Die Rally 2025 war nicht nur „Spekulation“, sondern hatte eine breite Nachfragebasis. Das schützt nicht vor Korrekturen – aber es macht es wahrscheinlicher, dass sich der Markt nach einem Schocktag wieder „findet“, sobald Hebel abgebaut und Liquidität zurückkehrt.

Der digitale Spiegel: Warum Bitcoin nicht automatisch profitiert

Viele Investoren sprechen bei Bitcoin gern von „digitalem Gold“. In dieser Bewegung war das Bild jedoch gemischt: Während Gold zuvor neue Rekordzonen erreichte, rutschte Bitcoin zeitweise in den Bereich um 76.000 US-Dollar und zeigte damit, dass „Wertspeicher-Narrative“ in Stressphasen nicht immer synchron laufen.
Für Anleger heißt das nüchtern: Diversifikation ist nicht nur eine Frage der Assetklasse, sondern auch der Marktstruktur. Liquidität und Positionierung entscheiden kurzfristig oft stärker als die Story.

Was Anleger daraus lernen können – ohne Aktionismus

Nach Tagen wie diesem ist der größte Fehler häufig der reflexhafte Schluss: „Jetzt ist alles anders.“ Oft ist es eher so: Der Preis war das Signal, die Marktmechanik war die Realität. Wer Edelmetalle als langfristigen Baustein nutzt, sollte nicht an einem einzelnen Handelstag die gesamte Logik ändern, sondern die eigene Risikostruktur prüfen: Wie groß ist der Anteil? Wie schnell müsste man im Ernstfall liquidieren? Und welche Rolle spielt physischer Bestand gegenüber reinem Trading-Exposure?

Bei spar.gold ist das Prinzip dabei klar: Transparenz, nachvollziehbare Preise und ein Fokus auf physisch hinterlegte Edelmetalle statt auf Hebel-Wetten. Gerade in Phasen hoher Volatilität ist diese Trennung zwischen Investment-Baustein und Trading-Instrument zentral.

Bleiben Sie weitsichtig

Ihr Helge Peter Ippensen

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