Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gesprochen: Der Leitzins bleibt vorerst unverändert bei 2,0 Prozent. In einer Phase, in der Marktbeobachter und Anleger gleichermaßen auf ein klares Signal gewartet haben, entscheiden sich die Währungshüter in Frankfurt für Stabilität statt Aktionismus. Doch was wie eine ereignislose "Nullrunde" klingt, hat es in sich.
Die Entscheidung: Warum 2,0 Prozent?
Die Entscheidung des EZB-Rates, den Leitzins auf dem Niveau von 2,0 Prozent einzufrieren, ist ein Balanceakt. Einerseits zeigt sich die Inflation in der Eurozone hartnäckig, andererseits mehren sich die Sorgen um eine abkühlende Konjunktur. Mit dem aktuellen Zinsniveau versuchen die Notenbanker, die Teuerungsrate weiter in Richtung der angestrebten Zielmarke zu drücken, ohne dabei die Wirtschaft in eine tiefe Rezession zu stürzen.
Für Finanzexperten kommt dieser Schritt nicht völlig überraschend, doch er sendet eine klare Botschaft: Der Zyklus der schnellen Zinsänderungen ist vorerst vorbei. Wir befinden uns auf einem "Plateau", auf dem die Zinsen "länger höher" (higher for longer) bleiben könnten, als es vielen Kreditnehmern lieb ist.
Gewinner und Verlierer der Zinspause
Die Auswirkungen dieser Entscheidung sind im Alltag direkt spürbar:
- Für Kreditnehmer: Wer auf schnell sinkende Bauzinsen gehofft hat, wird enttäuscht. Kredite bleiben teuer, was den Immobilienmarkt weiter unter Druck setzt.
- Für Tagesgeld-Sparer: Die gute Nachricht ist, dass die Zinsen auf Sparkonten vorerst nicht sinken werden. Die schlechte: Mit 2,0 Prozent Leitzins liegen die realen Erträge (nach Abzug der Inflation) oft immer noch im negativen Bereich.
Die stille Gefahr: Der Realzins-Effekt
Ein Leitzins von 2,0 Prozent klingt solide, ist aber trügerisch. Wenn die Inflation sich ebenfalls in diesem Bereich oder leicht darüber bewegt, findet auf dem Sparbuch keine echte Vermögensmehrung statt. Die Kaufkraft des geparkten Geldes stagniert. Genau hier suchen kluge Anleger nach Auswegen aus der "Nominalwert-Illusion".
Warum Gold jetzt glänzt
Traditionell gilt die Lehrmeinung: Steigen die Zinsen, leidet Gold, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft. Doch in der aktuellen Marktphase von Ende 2025 sehen wir eine Entkopplung von dieser alten Regel. Trotz des stabilen Zinsniveaus von 2,0 Prozent eilt der Goldpreis von einem Hoch zum nächsten.
Warum ignorieren Edelmetalle die Zinsen?
Analysten von Großbanken wie J.P. Morgan prognostizieren weiterhin steigende Goldpreise, teilweise mit Kurszielen weit über der 3.000-Dollar-Marke. Dafür gibt es zwei Hauptgründe:
- Unsicherheit als Treibstoff: Die Zinspause der EZB wird von den Märkten oft als Unsicherheit interpretiert. Weiß die EZB nicht weiter? In Momenten, in denen das Vertrauen in Papierwährungen (Fiat-Geld) wackelt, flüchten Investoren in den "Sicheren Hafen".
- Zentralbanken kaufen selbst: Während die EZB die Zinsen für Bürger bei 2,0 Prozent hält, schichten globale Zentralbanken ihre Reserven massiv in Gold um. Dies schafft eine künstliche Verknappung und treibt den Preis.
"Gold ist der große Gewinner des Zinsdramas. Es bietet Schutz vor der Geldentwertung, den ein 2-Prozent-Sparkonto nicht leisten kann."
Fazit: Diversifikation ist Pflicht
Die Entscheidung der EZB verschafft Sparern eine Atempause, löst aber das Problem des Vermögenserhalts nicht langfristig. Wer sich nicht allein auf die Entscheidungen in Frankfurt verlassen möchte, sollte einen Teil seines Portfolios in physische Werte umschichten.
Mit der Spargold App können Sie einfach und sicher in physisches Gold und Silber investieren – als zeitlose Ergänzung zu Ihrem Portfolio, unabhängig davon, was die EZB als Nächstes beschließt.
Bleiben Sie weitsichtig
Ihr Nils Gregersen
