Es ist Ende Januar 2026, und wer dachte, der Dezember war wild, erlebt aktuell sein blaues Wunder. Die Ereignisse der letzten vier Wochen haben die Karten am Edelmetallmarkt komplett neu gemischt. Die alten Prognosen, die noch vorsichtig von 60 oder 70 US-Dollar sprachen, sind Makulatur.
Der Silberpreis hat sich von fundamentalen Daten gelöst und wird aktuell von einer Mischung aus industrieller Panik und purer Angst ("Fear Trade") getrieben. Banken, die noch vor wenigen Wochen zur Vorsicht mahnten, revidieren ihre Kursziele nun fast täglich nach oben. Wir analysieren die neuesten Updates der Top-Analysten.
Der Januar 2026 wird als der Monat in die Geschichte eingehen, in dem die Industrie realisierte, dass nicht genug Silber für alle da ist. Besonders die Citigroup und die Bank of America (BoA) zeichnen ein drastisches Bild.
Die Citigroup hat in einer Notiz an institutionelle Kunden ihr kurzfristiges Ziel auf 100 bis 120 US-Dollar angehoben. Der Grund: Industrielle Abnehmer decken sich panisch ein, was zu einem klassischen Short-Squeeze führt. Bestätigt wird dies durch Michael Widmer von der Bank of America, der sein Ziel von 135 US-Dollar bekräftigt. Laut Widmer hortet die Solarindustrie seit Jahresbeginn massiv physisches Silber, um Produktionsstopps zu verhindern.
Noch dramatischer sieht es Bestseller-Autor Robert Kiyosaki. In einem Tweet von heute (27. Januar) spricht er von einem "Dammbruch" und ruft Kursziele von 150 US-Dollar bis Jahresmitte aus, da der Dollar kollabiere.
Eine der bemerkenswertesten Kehrtwenden kommt von Goldman Sachs. Die US-Investmentbank, oft eher konservativ bei Edelmetallen, hat ihre Bewertung auf "Buy" gesetzt und sieht nun 105 US-Dollar. Ihre Analysten bezeichnen die aktuelle Rallye als "Fear Trade": Investoren fliehen aus Staatsanleihen und suchen Schutz in harten Assets.
Nicht alle Marktbeobachter sind euphorisch. Die Commerzbank (Carsten Fritsch) und die Saxo Bank (Ole Hansen) mahnen zur Besonnenheit. Fritsch warnt vor einer Übertreibung und hält Rücksetzer auf 80 US-Dollar für wahrscheinlich. Doch selbst diese "bärische" Sicht zeigt, wie sehr sich der Markt verschoben hat: Ein Rücksetzer auf 80 Dollar wäre vor wenigen Monaten noch ein Allzeithoch gewesen.
Die folgende Tabelle fasst die turbulenten Updates der letzten Tage zusammen:
| Quelle / Analyst | Datum | Neue Prognose | Begründung / Treiber |
|---|---|---|---|
| Robert Kiyosaki | 27. Jan 2026 | 150 USD | "Dammbruch", Dollarkollaps, Buy the Dip. |
| FXStreet (Tech. Analyse) | 27. Jan 2026 | 103 USD | Starkes Momentum, RSI überkauft aber bullish. |
| Mike Maloney | 25. Jan 2026 | 200 USD+ | Historischer Ausbruch, kein Widerstand mehr nach oben. |
| Saxo Bank | 24. Jan 2026 | 95 USD | Konsolidierung erwartet, dann weiter hoch. |
| Goldman Sachs | 22. Jan 2026 | 105 USD | "Fear Trade", Flucht aus Anleihen. |
| Bank of America | 20. Jan 2026 | 135 USD | Solarindustrie hortet massiv Bestände. |
| TD Securities | 19. Jan 2026 | 115 USD | Algorithmen (CTAs) sind "maximal long". |
| Commerzbank | 19. Jan 2026 | ~80 USD | Korrektur wahrscheinlich, Markt überhitzt. |
| Morgan Stanley | 18. Jan 2026 | 85 USD | Neuer Boden ("Floor") gebildet. |
| Citigroup | 15. Jan 2026 | 100-120 USD | Industrieller Short-Squeeze. |
Das Fazit des Januars ist eindeutig: Der Markt hat sich fundamental verändert. Selbst die Skeptiker trauen sich kaum noch, Kurse unter 70 Dollar vorherzusagen. Der neue "Boden" scheint sich im Bereich von 80 bis 85 US-Dollar zu bilden. Ob wir nun den direkten Durchmarsch auf 150 Dollar sehen (Kiyosaki) oder eine kurze Verschnaufpause einlegen (Saxo Bank), ändert nichts am langfristigen Trend.
In Zeiten, in denen Algorithmen die Preise treiben und die Industrie um jede Unze kämpft, ist Papiergeduld ein schlechter Ratgeber. Wer auf Nummer sicher gehen will, hält sich an das Physische.
Die Spargold App ermöglicht Ihnen genau das: Echten Besitz statt leerer Versprechungen. Nutzen Sie die von der Commerzbank prognostizierten Rücksetzer als letzte Chance, um Ihre Bestände aufzustocken, bevor die 100-Dollar-Marke nachhaltig fällt.
Bleiben Sie weitsichtig
Ihr Nils Gregersen
